by Lars Reisberg Lars Reisberg

LUCA & LUCA AUF PLAY HARDER

Haltbarkeit und Performance von QUANTUM SAILS Racing-Laminaten

Rennyachten und Segelboote im regelmäßigen Regattabetrieb sind hohen Belastungen ausgesetzt. Das Material wird oftmals an die Belastungsgrenze getrieben – der Sieg im Finish, der Infight an der Tonne oder auch der harte Amwind-Sprint verlangen von der Crew wie auch dem Boot weitaus mehr ab, als viele Fahrtenyachten in ihrem ganzen Leben leisten müssen.

Daher ist für QUANTUM SAILS sowohl international wie auch national das Engagement im Rennbereich so wichtig: Denn damit wir unsere Materialien, Segelkonstruktionen und Designs regelrecht auf Herz und Nieren austesten können, ist das Feedback der Regattacrews Gold wert. Das sind die Erfahrungswerte, die auch in Ihren Segeln stecken: Ob TP 52 oder – wie in dieser Story deutlich wird – die Dehler „von nebenan“, das Feedback der Renn-Profis und Amateure hilft uns, auch Ihre Fahrtensegel konsequent weiterzuentwickeln.

Luca Mayer und Luca Leidholdt auf PLAY HARDER: Ein dynamisches Duo

Dieser Bootsname ist in der deutschen, oder sagen wir besser, der nordeuropäischen, Regattaszene gut bekannt und vielen ein Begriff: Die PLAY HARDER war die erste Dehler 30 OD aus Greifswald und ist mithin eine der großen Erfolgsbringer für diese Einheitsklasse. Luca Leidholdt und Luca Mayer sind zwei der Skipper, die diese Yacht bei den verschiedenen Rennen steuern. Sie wird den Youngstern von den Eignern Chris und Dirk für ausgewählte Events zur Verfügung gestellt – ein tolles Modell für die Förderung des Hochseesports in Deutschland. Und ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen! Wir haben einen der Lucas auf der Boot in Düsseldorf getroffen und mit ihm gesprochen.

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Luca & Luca auf PLAY HARDER nach dem Baltic 500

Nach den Highlights mit PLAY HARDER gefragt, bleibt Luca sympathisch zurückhaltend. Dabei muss er das gar nicht, denn die Liste der Erfolge des dynamischen Luca-Duos ist mehr als beeindruckend: Sie haben mit PLAY HARDER dreimal am prestigeträchtigen Baltic 500 teilgenommen – und die letztjährige Ausgabe dann auch gewonnen. Die klassische Strecke führt immerhin 500 Seemeilen um Anholt ganz im Norden herum und wieder zurück. Selbstverständlich non-stop.

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Keine Pause: Auch in tiefster Dunkelheit Vollgas!

„Dann haben wir noch das Round Denmark Race im letzten Jahr für uns entscheiden können …“, sagt er uns. Und ein wenig später: „Und dann das Vegvisir. Das auch.“ So, als wäre das nichts. Ihre Bescheidenheit ehrt die Beiden – die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Regatten wie diese sind sicher nichts für Anfänger, zumindest nicht, wenn man ganz vorne mitsegeln möchte. Und schon gar nicht auf einem Sportgerät wie der Dehler 30 OD. Wer die Ostsee kennt, der weiß: Stetig wechselnde Wind-, Strom- und Wellensituationen, viel Traffic, dazu oftmals beengte Fahrwasser, VTGs … und dazu die Müdigkeit, Kälte, Nässe. „Ja, das macht schon eine Menge Spaß“, sagt Luca und lächelt leicht.

Hart an der Grenze mit QUANTUM SAILS

Die PLAY HARDER segelt zurzeit mit einer Komplett-Ausstattung aus QUANTUM-Segeln. Das war aber nicht immer so, wie Luca erzählt: „Wir hatten zeitweise Segel von North Sails auf dem Boot, aber auch schon Teile von Doyle.“ Wie oft bei unseren Kunden, lag die Entscheidung, dann auf QUANTUM SAILS zu wechseln, anfangs nicht bei den Segeln: „Für Events wie das Silverrudder hatte QUANTUM die Prototyp-Segel an Max Gurgel ausgeliehen. Max hat das Rennen zweimal mit der PLAY HARDER gewonnen. Die Segel haben immer perfekt funktioniert, wie Max berichtete. Wir haben die Segel dann auch getestet und gesehen: Die sind nach wie vor tadellos in Schuss und noch immer schnell. Obwohl es sich um genau die Segel handelt, die schon 2019 für die für die Vorstellung der DEHLER 30 OD hergestellt worden waren! Darüber hinaus sind wir immer top bedient worden. Handwerklich, wie auch menschlich.“ Bootsbesitzer wissen, dass es mit dem eigentlichen Produkt oftmals nicht getan ist – persönliche Beratung, Vertrauen und guter, schneller Service machen das Paket erst richtig rund.

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Code 0-Power am nächsten Morgen!

„Später haben wir uns dann entschieden, mit Sven Krause einen neuen Code-0 für die PLAY HARDER zu entwickeln.

Das türkisfarbige „Q“ auf den TP 52 gewinnen zu sehen ist das Eine – wenn unsere Segel aber die großen Regatten „vor der Haustür“ gewinnen, macht das natürlich umso stolzer! Allerdings wird dann dabei aber auch eher nicht zimperlich mit den Tuchen umgegangen …

PLAY HARDER - der Name ist Programm

Aktuell segelt PLAY HARDER mit unseren Racing-Laminaten: FUSION-M mit VX-Offshore-Oberflächen: „Der Vorteil ist, dass die Segel dadurch etwas robuster werden. Und der Vorteil von Fusion M VX ist die Performance-Lebensdauer –  so ist es möglich, eine Fock zu bauen, die vernünftig reffbar ist und trotzdem langfristig in Form bleibt. Das ist bei uns superwichtig, weil wir ja nur die eine Fock haben.“

Die Crew von PLAY HARDER macht dem Bootsnamen alle Ehre: Die Segel werden tatsächlich „hart“ ran genommen, denn so ohne Weiteres gewinnt man keine Regatta. Darauf angesprochen, entgegnet Luca: „Ehrlich gesagt sind wir ziemlich überrascht, wie lange die QUANTUM-Segel dann doch aushalten! Du fragst hier sicher nach den Unterschieden zu den anderen Marken – das ist einer!“

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FUSION M-Segel auf PLAY HARDER

„Gerade die Fock“, führt Luca weiter aus, „die vor allem bei Single- und Doublehand-Regatten sehr leidet, ist bei uns an Bord in einem erstaunlich guten Zustand!“ Wenn man bedenkt, durch wie viele harte Wenden so eine Fock geht und wie dieses Segel ein- und ausgerefft werden muss, kann man schon sagen, dass die Haltbarkeit die QUANTUM-Segel deutlich von anderen Marken absetzt, bestätigt Luca. „Auch was das Groß angeht, kann ich nur Gutes sagen. Dieses hält nun schon so lange – und auch deutlich besser seine Form – als die, die wir vorher gefahren sind.“ Dabei machen die Jungs, was die Behandlung und Pflege ihrer Segel angeht, nichts Spezielles: „Nein, einfach wie ein normales Segel behandeln – allerdings gehen wird mit dem Material generell immer sehr vernünftig um.“

Stichwort: Leichtwindsegel

Dass vor allem die AWA-Segel der Trend momentan sind, haben wir in einigen vorhergehenden Artikeln schon beschrieben. Wir fragen Luca, wie es mit den leichten Tuchen bei PLAY HARDER aussieht: „Im Gegensatz zur Normalbesegelung haben wir eine ganze Reihe an Leichtwind-Segeln an Bord. Allerdings ist durch die Klassenregel unser Setup auch sehr rigide festgelegt, sodass wir natürlich auch nur diese Segel fahren dürfen. An Bord von PLAY HARDER sind das die A2- und A5-Gennaker sowie ein Code-0.“

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Turbo für das Rennboot: Gennaker!

„Wir sind mit dieser eher beschränkten Auswahl an Segeln aber komplett zufrieden“, sagt Luca: „Man kann sich auch gut im Segelwechsel verlieren …“ Zudem sei die ständige Wechselei der Garderobe auch ziemlich anstrengend, gerade im Doppel-Modus geht das schnell an die Substanz. Das Setup steht, das Material auch. Was ist also das Programm für die kommende Saison 2025? Luca, wieder ganz bescheiden: „Wir planen wieder eine Teilnahme bei der Baltic 500, denn da müssen wir unseren Titel verteidigen.“ Zudem stehe als Highlight möglicherweise noch eine Teilnahme am Blue Ribbon Cup auf dem Programm. „Das Fastnet Race ist auch schon gebucht“, sagt Luca: „Allerdings auf einem anderen Boot.“

PLAY HARDER beim Silverrudder

Beim Silverrudder – immerhin die größte Solo-Regatta der Welt – ist die PLAY HARDER keine Unbekannte: Hier hat genau dieses Boot 2023 mit Skipper Max Gurgel den Sieg holen können. Natürlich auch mit unseren Segeln! Ob und mit wem in 2025 das Schiff an den Start gehen kann, das wissen wir natürlich auch erst nächste Woche: Am Sonntag, dem 9. März, öffnet die Anmeldung, bei der die 450 Startplätze schneller verkauft werden, als 80.000 Karten für ein Rolling Stones-Konzert.

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Hätten Sie nicht auch Lust auf das Silverrudder?

Sie können dabei sein: QUANTUM SAILS verlost unter allen Seglern, die bei uns bis 31. Juli 2025 neue Segel bestellen zwei sichere Wild-Cards für die 2025er-Ausgabe dieser tollen Regatta!

Also: Den neuen Gennaker oder Code bestellt oder endlich die ausgeleierte Fock ersetzt und Ihr Traum vom Solo-Abenteuer rund Fünen rückt nahe! 

Wir freuen uns zudem, Sponsor und Partner des Silverrudder 2025 zu sein. Mehr demnächst!

Danke Luca für diese spannenden Einblicke: Und fair winds für Eure Segelsaison 2025! Fotos 1 & 4 von Kassian Jürgens 

by Lars Reisberg Lars Reisberg

Neu: QUANTUM SAILS zwischen Ems und Weser

Segelmacherei Schmitt ist unser neuer Partner an Ems, Jade und Weser

Persönlicher Kontakt und schneller Service vor Ort: Zwei der wichtigsten Angebote, die wir Ihnen bei QUANTUM SAILS neben den tollen Produkten machen. Damit dies in möglichst allen relevanten Segel- und Bootsrevieren Deutschlands auch funktioniert, bauen wir beständig unser Netzwerk aus. Wir freuen uns daher besonders, mit Kai Schmitt einen ebenso engagierten wie kompetenten Partner bei uns willkommen zu heißen!

Das weite Land zwischen Ems, Jade und Weser ist ein spannendes Gebiet, das sich von Emden, Leer und Wilhelmshaven bis nach Bremerhaven und Bremen zieht. Es war bisher ein weisser Fleck auf QUANTUMs Service-Landkarte. Dabei sind hier viele Bootsbesitzer und Hochsee-Yachten zuhause, welche “buten” die Nordsee inklusive der holländischen Reviere befahren. Und auch “binnen” gibt es viele Jollen und Kielboote, vor allem am Zwischenahner Meer im schönen Ammerland – Kais Heimat.

Kai Schmitt – Segelmacher aus Leidenschaft

Kai startet mit seiner Segelmacherei Schmitt zwar erst vor ziemlich genau einem Jahr in Bad Zwischenahn, ist aber alles andere als ein „Start-up“. Begonnen hat er seine Karriere mit der Lehre des schönen Berufs des Segelmachers. Damals beim noch renommierten Betrieb Beilken in Lemwerder. „Dieser Beruf hat mich extrem fasziniert – Beilken-Segel waren damals ganz vorne dabei“, erzählt Kai. „Bis heute kann ich mir keinen abwechslungsreicheren Job vorstellen: Draußen sein, spannende Menschen treffen, mit meinen eigenen Händen etwas erschaffen und – das Beste daran – mit Booten zu tun haben. Perfekt!“

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Kai Schmitt heißt Sie herzlich in Bad Zwischenahn willkommen

Von der Pike auf lernt er das Handwerk. Und kommt schon früh mit unserer Marke QUANTUM SAILS in Berührung. Beilken ist damals einer der ersten Partner der Amerikaner in Europa. „Es hat schon zu dieser Zeit super viel Spaß gemacht. Wir haben unzählige QUANTUM-Segel für alle möglichen Eigner in ganz Deutschland gebaut.“ Und damit war Kai Schmitt bei der Markteinführung von QUANTUM SAILS hier bei uns vor 25 Jahren hautnah dabei. „Jetzt wieder quasi „back to the roots“ zu kommen und Teil des QUANTUM-Netzwerks mit Sven Krause zu werden…  das ist wie nach Hause kommen.“

Hochwertige Segel zwischen Weser und Ems

Dass Kai Schmitt mit QUANTUM SAILS da weiter macht, wo er vor einigen Jahren aufgehört hat, ergibt also total Sinn: „Ich biete das Komplettprogramm an: Vom selbst gefertigten Segel bis hin zur Persenning-Reparatur. Für alles, was hier in Bad Zwischenahn nicht geht, gibt es im riesigen QUANTUM SAILS-Netzwerk kompetente Spezialisten.“ Seine Spezialitäten liegen mittlerweile in der Kaufberatung für neue Segel aller Art und in der Reparatur. Vertraut mit der aktuellen Palette an Segel-Materialien und -produkten ist er ebenso wie mit deren Einsatzzwecken: „Wenn Bootsbesitzer zu mir kommen, finden wir gemeinsam die passenden Segel für genau den jeweiligen Einsatzzweck und Bereich. Garantiert!“

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Über 300 Quadratmeter Segelwerkstatt: Riesig!

Neben der Beratung für Ihre neue QUANTUM SAILS-Garderobe hat sich Kai Schmitt handwerklich auf Anfertigung, Reparatur und Pflege von Sprayhoods und Persenningen spezialisiert. „Hier in unserer Umgebung wird viel mit traditionell in Holz gebauten Booten gesegelt. Sportliche, sehr schicke Boote!“ Hafenpersenninge und Teilpersenninge zum Schutz der Boote werden gut nachgefragt. „Mein fast 300 Quadratmeter großes Loft in Bad Zwischenahn lässt mich dabei sehr flexibel arbeiten – viele kleine und auch sehr große Teile kann ich hier ohne Probleme gleichzeitig bedienen.“ Daneben bedient Schmitt auch die Dickschiffe der nahen Nordseeküste: Auch solche größeren Segel haben in seinem Loft locker Platz.

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Große wie auch kleine Yachten: Segel, Sprayhoods & Persenninge

Auch die Binnensegler finden bei Kai Schmitt einen Service-Dienstleister, der weiß, worum es geht. „Auf dem Zwischenahner Meer wird sehr viel Onedesign gesegelt.“, erklärt er: „Bei uns ist beispielsweise die O-Jolle stark vertreten. Ebenso die Jollenkreuzer-Klassen, wie beispielsweise das P-Boot. Aber auch moderne Kleinboote, alle Arten von schnellen Katamaranen, wie der Hobie, und auch immer mehr die Foiler.“ Neue Segel und Persenninge brauchen die dann auch immer mal wieder!

Ein Hauch von Boris Herrmann...

Kai segelt natürlich selbst auch in seiner Freizeit. Obwohl dazu oft eher wenig Zeit bleibt: „Ich bin eher der Genuss-Segler, chartere mit meiner Familie oder Freunden und bevorzuge mittlerweile das Fahrtensegeln sowie den Urlaubstörn in der Sonne“, erzählt er. Allerdings, manchmal, da lässt er es auch krachen: Kai Schmitt ist Mitglied im ZSK, dem Zwischenahner Segel Klub: „Boris Herrmann hat hier gesegelt“, sagt er und lächelt. Boris kommt aus Oldenburg ganz in der Nähe. „Ich nehme mir hier gern einmal eine Jolle um mich beim After-Work-Segeln zu entspannen, aber auch um die eine oder andere Mittwochsregatta mitzumachen“, sagt Kai. Manchmal schaut er auch einfach nur seinen Kindern beim Segeln zu. „Das alleine macht schon richtig rundum glücklich.“

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Kai Schmitt: Damals wie heute auf dem Wasser zuhause

Bad Zwischenahn, das klingt „ländlich“? Mitnichten! Die Nachfrage nach hochwertigen Segeln und den Produkten des Segelmachers ist hier groß: „Gute Leute zu finden aber schwierig!“ Kai Schmitt wird daher ab der kommenden Ausbildungssaison einen eigenen Azubi im Loft anstellen, um sein Wissen weiterzugeben. „Wenn sich dann aber noch der eine oder andere Segelmacher bei mir bewerben würde – Arbeit habe ich im Loft genug!“ Viele Eigner, deren Schiffe in der Nordsee liegen, bis rüber zum Ijsselmeer, wohnen im Einzugsgebiet von Schmitt: „Denen ist persönliche Nähe, schneller Service und Mobilität wichtig. Zu tun gibt es also genug!“

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Viel Platz für Ihre neuen und reparaturbedürftigen Segel

Durchstarten mit QUANTUM SAILS

Warum hat Kai Schmitt sich für QUANTUM SAILS entschieden? „Um ganz ehrlich zu sein, weil so eine Marke hier in der Gegend fehlt.” Abgesehen von seinen frühen Erfahrungen findet Kai QUANTUM SAILS einfach cool: “Ich kann mich sehr gut mit der hohen Qualität und dem Anspruch an die Produktqualität identifizieren! Das Engagement im Racing-Bereich, die enorme Kompetenz bei den Themen Segeldesign und Segeltuchen ist bei QUANTUM SAILS einfach überzeugend. Es waren damals schon sehr hochwertige Segel mit hohem technischen Anspruch. Und das sind sie bis heute!“ Seine Erfahrungen als Segelmacher, sind beste Voraussetzungen, um mit QUANTUM SAILS durchzustarten.

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Spezialität Persenning: Übrigens auch gern für Motorboote

Sie wohnen in Bremen, Bremerhaven, im Weser-Ems-Gebiet oder dem nördlichen Niedersachsen? Dann ist Kai Schmitt ab sofort gern Ihr neuer Partner, wenn es um Ihre Segelausstattung und Persenninge geht. Mobil, schnell, persönlich und kompetent: Wir begrüßen Kai Schmitt im QUANTUM SAILS-Team und wünschen Ihnen viel Freude an seinen Segeln!

So erreichen Sie Kai: kschmitt@quantumsails.de oder telefonisch unter 0441 21210890

by Lars Reisberg Lars Reisberg

Segeltrimm: Die Lattenspannung einstellen

Tipps und Tricks zum Einstellen der Lattenspannung

Wenn Sie ein Boot mit einem klassischen, durchgelatteten Großsegel (Fullbatten Mainsail) besitzen, dann steht mindestens einmal im Jahr das Einziehen der Segellatten an. Nämlich im Frühling, wenn Sie Ihre Yacht aus dem Winterschlaf wecken und aufriggen. Wir möchten Ihnen in diesem Artikel aufzeigen, worauf bei der Installation und dem Einstellen der optimalen Lattenspannung zu achten ist.

Zunächst einmal grundsätzlich: Wenn ein Segel mit horizontalen oder vertikalen Lattentaschen designt ist, ist die Qualität der mitgelieferten Segellatten ausschlaggebend für Performance und Performance-Lebensdauer des Segels. Auch das teuerste Segel aus Carbon und Aramid wird mit einfachen, unverjüngten Fiberglas-“Brettern” nicht vernünftig stehen. Im schlimmsten Fall können ungeeignete Latten Segeltuch und Segelprofil sogar beschädigen! Die Auswahl geeigneter und langlebiger Segellatten ist beinahe genauso wichtig wie die Wahl des Segelmaterials! Dazu später mehr.

Fahrtensegel von Quantum Sails
Perfekt getrimmt: Segellatten spielen eine tragende Rolle

Die Lattenspannung (genau genommen müsste es „Latten-Kompression“ heißen) im Segel ist absolut essenziell, um auf See das Profil durch Trimmen zu optimieren und so mehr Performance aus Ihrem Segel herauszuholen. Profis stellen die Segellattenspannung daher nicht nur ein Mal im Frühling ein, sondern passen diese laufend an die aktuellen Bedingungen an. Auch Fahrtensegler können hiervon profitieren, denn ähnlich wie der Reifendruck in Ihrem Auto, hat die Lattenspannung einen Einfluss (wenn auch oft unbemerkt) auf die Segel-Performance.

Die richtige Balance für die Segellattenspannung finden

Lattenspannung – „Ist das jetzt schon zu viel – oder noch zu lasch?“ Diese Frage stellen Sie sich als Segler sicher auch, wenn es um die Justierung geht. Woran erkennt man das eine oder das andere?

Keine ausreichende Spannung:

Dies ist unserer Erfahrung nach der häufigste Fall. Zu erkennen an Falten im Segel, die quer zur Lattentasche im Segel verlaufen. Oder am Vorliek ist eine Falte hinter dem Lattenbeschlag zu sehen. Dann muss mehr “Dampf” auf die Latte(n)! Das Ziel ist ein Segel, das entlang der aller Lattentaschen keine Falten zeigt. 

Es kann sein, dass sich die Falten erst nach dem ersten Segeln bilden. Vor allem Dacron-Segel dehnen sich unter dem Druck der Lattenspannung. Dann muss nachgearbeitet werden.

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Keine Falten im Großsegel - alles perfekt!

Es kann aber auch anders herum sein, dass Sie zu viel Spannung auf die Latte gegeben haben. Bei zu viel Lattenspannung:

Wenn die Latten mit erheblichem “Überdruck” im Segel montiert sind, können Falten vom Lattentaschenverschluss am Achterliek oder am Vorliek am vorderen Lattenende im Segel auftreten. Ein anderes Problem: Die durchgehende Toplatte will bei Wende oder Halse trotz aller Tricks partout nicht auf den anderen Bug “durch-fluppen”. Dann ist die Latte entweder zu hart vorgespannt. Oder die Segellatte selbst ist für die aktuellen Bedingungen zu steif.

Segellatten richtig im Segel einsetzen

Die Latten – und zwar genau die richtige Latte in die jeweils für sie vorgesehene Lattentasche! – werden zunächst einfach in die Tasche eingeführt. Je nach Bauart passiert das am Achterliek oder – wenn die Lattentasche achtern verschlossen ist – am Vorliek. Achten Sie darauf, dass das dickere Ende einer verjüngten Segellatte zum Achterliek kommt. Das verjüngte Ende gehört nach vorn oder bei vertikalen Lattentaschen nach unten. Also: Das dicke Ende immer zum Achterliek!

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Lattentaschen immer gut verschließen

Es gibt viele verschiedene Lattentaschen-Verschlüsse und Beschläge. Sie alle hier im einzelnen zu erklären sprengt den Rahmen. Hier nur die wichtigsten:

  • Kleinere Segel werden oft mit einer Gurtband-“Zunge” mit Klettband gefertigt (“Velcro Stuff”). Das Gegenstück zum Klett ist in der Lattentasche eingenäht. Prüfen Sie sich immer erst einmal, wo sich das Klettband befindet. Eine Hilfslatte ist erforderlich, um die Lattentasche zu schließen und Spannung auf die Latten zu bringen. Die Hilfslatte wird auch eingesetzt, um die Segellatte zu entfernen.
  • Größere Segel werden achtern oft mit einem Zurr-System gefertigt, bei dem ein Bändsel mehrfach zu einer kleinen Talje geschoren wird. Damit können die notwendigen höheren Lattenspannungen erzeugt werden. Das ist funktional, hält ein Segelleben lang und verschwindet unsichtbar unter einer Abdeckung.
  • Durchgelattete Segel werden in den meisten Fällen mit Lattenaufnahmen aus Kunststoff oder Aluminium am Vorliek gebaut. Diese Beschläge stellen eine feste Verbindung zu einem geeigneten Mastrutscher her. Das garantiert perfekten Segelstand auf allen Kursen. “Ordentliche” Lattenaufnahmen erlauben der Segellatte eine Drehung, wenn das Segel geborgen ist und auf dem Baum gepackt wird. Wenn die Latte nicht rotieren kann, kann es sein, dass sie nach ein paar Tagen oder Wochen wie ein Korkenzieher aussieht. Das sieht im Segel nicht gut aus …

Manche Lattenbeschläge haben eingebaute Spannvorrichtungen. Damit kann die Lattenspannung besonders einfach justiert werden.

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Verschiedene Verschlüsse - übrigens auch am Achterliek (Leech-Batten)

Großsegel anschlagen - am einfachsten so:

Wie gehen die Profis vor? Wenn wir ein Großsegel anschlagen, legen wir es zunächst auf der Lee-Seite auf das Laufdeck. Natürlich sollte das sauber sein. Dann schlagen wir den Hals an und danach die Schotecke. 

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Erst dann – und wirklich ers dann! – sind anschließend die Segellatten an der Reihe.

Am besten, Sie ordnen die Segellatten der richtigen Reihenfolge nach vor. Durchnummeriert von oben nach unten (mit einem Edding auf die Latte geschrieben) hilft das ungemein.

Wenn die Latte in der Lattentasche ist und Sie Lattenspannung erzeugt haben, testen Sie das Ergebnis. Nehmen Sie das Segel an der Segellatte am Achterliek in die Hand und heben diese an. Es sollten keine Falten erkennbar sein und die Spannung der Latte biegt das Tuch leicht durch. Wippen Sie die Latte auf und ab. Sie sollte einfach “durchfluppen”, wie sie das bei einer Wende oder Hals macht. Wenn Sie viel Kraft aufwenden müssen, ist die Lattenspannung vermutlich zu hoch.

Natürlich ist das vor allem eine Sache der Erfahrung und erfordert Übung.

Probieren Sie es aus und schauen Sie, wie das Segel steht und sich verhält. Dann haben Sie bald das richtige Gefühl für die Lattenspannung an Ihren Segeln!

Während des Segelns: Die Lattenspannung des Großsegels checken.

Bei Profi-Crews auf Regatten ist der Check der Lattenspannung des Großsegels direkt nach dem Setzen einer der ersten Jobs. Noch bevor man sich mit Großschot, Traveller oder Segel-Twist beschäftigt, stellt daher die Lattenspannung das allererste Tuning-Mittel für den aktiven Segler dar. Das können auch Sie so handhaben: Sie legen also ab, setzen das Großsegel und bringen die Yacht an den Wind.

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Wipp-Test für die richtige Lattenspannung

In moderaten Windbedingungen (zwischen 10 bis 12 Knoten TWS) sollten die Segellatten einfach und ohne Druck die Seite der Biegung wechseln, wenn Sie Wendemanöver fahren. Schauen Sie nach oben im Segel auf die Lattentaschen, ob Sie dort eventuell Falten erkennen können. Sie wissen es bereits: Diese sind ein Anzeichen für zu wenig Spannung. 

Prüfen Sie also hin und wieder einmal, ob die Lattenspannung passt. Zu Beginn der Saison kann ein Nachtrimmen erforderlich sein. Aber dann sollte eine einmal gefundene Einstellung für den Rest der Saison funktionieren.

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So einfach geht das ...

Ausnahme ist natürlich der unterste Windbereich unter 6 oder 7 Knoten Wind: Hier kann es sein, dass die Toplatte nach einer Wende oder Halse noch auf dem alten Bug bleibt. Wir nennen es “invertiert”. Oft hilft ein kräftiger Ruck an der Großschot. Wenn das nicht hilft, kann der Großschot-Ruck mit einem gleichzeitigen Reißen an der Kickertalje kombiniert werden. Das ist also ein Job für mindestens zwei Crew-Mitglieder. Das mag nerven, es ist aber schwierig bzw. unmöglich, Großsegel und Lattensatz gleichermaßen für 3 und auch für 30 Knoten zu optimieren. Seien Sie als bitte nicht zu streng mit Ihrem Segelmacher!

Runde oder flache Latten: Welche sind besser?

Wie bei fast allem an Ihrer Segelyacht sind natürlich auch die Segellatten in verschiedenen Qualitäten zu bekommen.

Grundsätzlich sind Segellatten mit rechteckigem Querschnitt besser geeignet, weil sie unter Druck kaum zur Seite ausweichen wollen. Stauchdruck setzen rechteckige Latten in eine (definierte) Biegekurve um.  Runde Segellatten hingegen tendieren zum sogenannten „Snaking“ – in einer normalen Lattentasche kann eine runde Latte auch seitlich ausweichen und sich “schlängeln”. Das ist nicht gut für das Segelprofil. Rundstab-Latten erfordern deshalb Lattentaschen, in den die Stäbe eng eingebunden sind. 

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Jede Menge Segellatten zur Auswahl ...

Runde Segellatten haben lediglich den Vorteil, dass sie im Prinzip überall auf der Welt erhältlich sind. Segel, die für Rundstablatten ausgelegt sind, können dann selbst an den entlegensten Orten mit irgendwelchen GfK-Ersatzlatten bestückt werden.

Eine Ausnahme bilden Inmast-Furling-Segel mit durchgehenden vertikalen Segellatten. Für diesen Einsatz sind Rundstablatten die richtige Wahl, weil Sie unanfällig gegen den oben bereits erwähnten Korkenzieher-Effekt sind.

Segellatten in Ihren QUANTUM SAILS

In fast allen Segeln werden also Segellatten mit rechteckigem Querschnitt eingesetzt. Die Materialauswahl reicht dabei von einfachem GFK über Vinylester oder Epoxy-Laminaten bis hin zu Carbon und Carbon/S-Glass-Konstruktionen. Es gibt unverjüngte Profile, aber die meisten Segellatten sind verfüngt – zumindest bei QUANTUM SAILS. Wir wählen jede einzelne Latte für Ihr Segel aus einem schier endlosen Spektrum von Materialart, Profilbreite, Profildicke und Profilierungsart aus. Damit jede Latte bestmöglich an ihrem Platz im Segel funktioniert!

Profilbreite und Profildicke definieren im Zusammenspiel die generelle Biegesteifigkeit.

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Wir wählen die passenden Segellatten für Sie individuell aus

Die Profilierungsart oder Verjüngung für eine durchgehende Segellatte ist so kalkuliert, dass die Profiltiefe an der optimalen Position sitzt. Kurze (“intermediate”) Segellatte, deren vorderes Ende im Segel endet, werden vorn besonders biegsam verjüngt (“Flex Tip”). Das mindert die Alterung des Segeltuchs am Lattenende und unterstützt das Segerlprofil bei allen Bedingungen perfekt und störungsfrei.

Nutzen Sie unser Knowhow und unsere Erfahrung

Sie sehen: Schnelle Segel, Top-Performance und einfacher Trimm sind mehr als die aktive Arbeit an Großschot und Traveller. Es geht schon früher los – bei Beratung, Spezifikation und Design Ihrer neuen Segel. Nutzen Sie das Knowhow und die umfassende Erfahrung unserer Segelberater, Segeldesigner und Segelmacher bei Quantum! Es lohnt sich. Auch langfristig!

Alles zu Segeln, Segeltuchen, optimalen Beschlägen und natürlich den Segellatten erfahren Sie bei einem persönlichen, unverbindlichen Beratungsgespräch in Ihrem QUANTUM-Loft.

by Lars Reisberg Lars Reisberg

QUANTUM SAILS und das Jahr der Leichtwindsegel

Gennaker & AWA-Segel sind die Stars der BOOT 2025

Natürlich ist es nur wenige Tage nach der BOOT Düsseldorf 2025 noch etwas früh, um eine umfassende Bilanz zu ziehen. Eines aber, das können wir jetzt schon sagen: Es war eine tolle Messe, entgegen aller Unkenrufe!

Sven Krause, Geschäftsführer von QUANTUM SAILS Deutschland zieht eine positive Bilanz: „Auch wenn in den Medien hier und da bisweilen eher negative Stimmung verbreitet wurde und vor allem das Wegbleiben einiger Bootshersteller durchaus für Unmut gesorgt hat, konnten wir Aussteller in den Ausrüster-Hallen uns nicht über mangelnde Besucherzahlen oder ausbleibendes Interesse beklagen: Im Gegenteil! Ich sage herzlich Danke an alle Gäste bei uns auf dem Stand!“

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Sven Krause bereitet den Stand für die Besucher vor

Traditionell voll wird es wieder an den Wochenenden. Unter der Woche gibt sich das Publikum dann etwas entspannter und auch fokussierter, zielgerichteter. „Es ist nicht zu leugnen, dass die weiterhin hohen Neuboot-Preise, aber das Niveau des Gebrauchtboot-Marktes nicht wenige Eigner motiviert, ihre bestehenden Yachten aufzuwerten“, erklärt Sven Krause: „Neue Segel wirken da natürlich wie ein „Turbo“ und sorgen selbst bei betagten Booten für aufgefrischten Segelspaß.“

Preissensibilität und gestiegene Nachfrage nach Qualität

Aber auch wer sich eine neue Yacht kauft – also trotz Hochpreis-Phase in den Kauf eines Bootes investiert – legt gesteigerten Wert auf hohe Qualität, stellt Sven Krause fest: „Wir hatten nicht wenige Beratungen hier bei uns am Stand, bei denen Käufer oder angehende Käufer direkt aus der Segelboot-Halle 16 gegenüber zu uns kamen und für die Yachten Ihrer Wahl die passenden Segelsätze recherchiert haben. Wenn man schon so viel Geld für das Boot ausgibt, dann soll es auch eine adäquate Segelgarderobe sein!“ Eine Messe wie die BOOT Düsseldorf bietet dafür perfekte Rahmenbedingungen, denn alle großen und auch viele kleine Marken und Segelmacher sind hier am Start.

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Gennaker- und Code-0 Demo-Segel am Stand

Gut, dass die Preise für Segel und Segel-Zubehör in gleichem Zeitraum nicht unbedingt so stark angestiegen sind: „Die budgetäre Sensibilität der Kunden ist natürlich da – und die können wir sehr gut verstehen“, so Krause: „Allerdings merken wir auch, dass gerade weil die Yachten so teuer sind, man eher einen noch gesteigerteren Wert auf die Qualität des Zubehörs legt. In Relation dazu erscheint dann die hohe Qualität unserer QUANTUM SAILS-Produkte gar nicht mehr allzu entfernt, was uns natürlich freut.“ Die Zeit der Billig-Produkte aus Fernost und minderwertig kopierten Innovationen ist vorbei? Es bleibt zu hoffen!

XR-41, First 30, ClubSwan & Co: „Spionieren“ für Ihren Regatta-Sieg

Die BOOT 2025 hat auch in diesem Jahr wieder einige Highlights geboten, was die Performance-Boote angeht: Für die Segelmacher der beste Ort, um diese Yachten dann in Augenschein zu nehmen, mit den Werften zu sprechen und auch schonmal hier und da Maß zu nehmen. Die lang erwartete Premiere der neuen First 30 von Beneteau – im Hause Seascape gefertigt – war eines dieser Highlights. Sven nutzt die Ruhe vor Messe-Öffnung, um sich hier direkt an Bord einen eigenen Eindruck zu verschaffen. „Auch wenn wir die Datenblätter mit allen Maßen haben – ein Boot muss man live sehen, das Cockpit- und Winsch-Layout verstehen und so ein direktes, eigenes Gefühl zu bekommen.“, sagt Sven Krause.

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Sven Krause vor der neuen Beneteau First 30

Im Gespräch mit der Werft, aber auch mit den Bootshändlern, kann Sven Krause dann die Ansprüche und Nachfrage von Kundenseiten eruieren, um nicht nur passende und maßgefertigte Segelsätze anzubieten, sondern diese so zu gestalten, dass die Bootshändler möglichst auf die Wünsche der Zielgruppe abgestimmte Lösungen an die Hand bekommen. Das gilt für die kleine, gleitende First 30 ebenso, wie für die High-End-Racer. So zum Beispiels die bei Nautor´s Swan stehenden ClubSwan 28 und 43, die Sven eingehend untersuchen kann. Die „Königin“ der Messe aber ist die neue XR-41 von X-Yachts, die bei Sven´s morgendlichen „Spionage-Einsätzen“ natürlich auch nicht fehlen darf.

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Top-Segel für Top-Schiffe: X-Yachts neue XR-41

Wer in eine solche Yacht investiert, der möchte in der Regel Rennen gewinnen. „Und wenn das schon nicht, dann doch wenigstens möglichst aufregende, schnelle Urlaubs-Törns in Gleitfahrt erleben“, so Sven Krause. Membransegel  sind für diese Boote Standard, maximale Performance geben hier genau den Vorsprung, der eine solche Yacht das Feld hinter sich lassen lässt. „Zwar bieten die Werften durchaus auch Segelsätze zu diesen Booten an“, sagt Sven Krause, „die anspruchsvollen Eigner haben dennoch oftmals sehr präzise, eigene Vorstellungen: Diese kann man dann nur mit Partnern umsetzen, die über die Planungs-Tools und Rechen-Power verfügen, Hochleistungssegel zu designen. Dass solche Hochleistungs-Segel dann auch absolut Fehlerfrei mit den besten Materialien produziert werden müssen, versteht sich von selbst.“

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Letzter Check eines neuen Angebotes für QUANTUM-Segel

Quasi „on the fly“ kann Sven Krause dann nach erfolgten Gesprächen und dem Maßnehmen Angebote erstellen: Ein Service, der sich bei Messen wie der BOOT Düsseldorf bewährt hat. „Yacht-Händler, mit denen wir lange schon zusammen arbeiten, erhalten so von uns Segel-Angebote für die entsprechenden Yachten, die sie bei ihren Beratungen nutzen können. Anders herum können wir interessierte Segler, die ganz begeistert von den Booten aus Halle 16 zu uns kommen, direkt mit allen Informationen und natürlich auch den Preisen  versorgen.“

Das Jahr der Leichtwindsegel

Wir hatten es angekündigt: Die Boot Düsseldorf 2025 steht bei QUANTUM SAILS vor allem im Zeichen der Leichtwindsegel. Die Reaching-Klassiker der asymmetrischen Spinnaker, auch Gennaker genannt, stehen ebenso im Fokus, wie vor allem die vielfältigen AWA-Segel. Hier hat sich eine Menge getan, so Sven Krause, vor allem bei den Code 0-Varianten, die wir als „AWA-Segel“ bezeichnen. Hierzu war der QUANTUM SAILS-Stand mit zwei extra angefertigten, Mini-Demo-Segeln ausgestattet.

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Code-0 von QUANTUM SAILS

„Für viele Fahrtensegler war bisher immer der Ansatz, Code-0 und Gennaker zu fahren, um optimal für alle Windkurse im Leichtwindbereich aufgestellt zu sein“, erklärt Sven Krause. Durch die Anwendung neuester Design-Tools konnte der klassische Code-0 aber soweit weiterentwickelt werden, dass beispielsweise ein AWA 80-Segel Reaching-Qualitäten bekommt: „Fahrtensegler können damit nun durchaus einen Teil der Windkurse abdecken, bei denen man sonst auf den Gennaker wechseln musste. Vor allem bei richtigem Leichtwind und einigermaßen Welle eine absolut tolle Alternative!“ Sven Krause muss es wissen, denn genau dieses Konzept hat er bei seinem letzten Silverrudder 2024 erfolgreich auf seinem eigenen Boot testen können.

Wir freuen uns auf Sie in den QUANTUM SAILS-LOFTS

Die neue Saison kann kommen? Unsere Segel-Experten in den QUANTUM SAILS-Lofts von Ostsee bis zum Bodensee, und natürlich auch wir im HQ in Flensburg, stehen Ihnen gern zur Seite, Ihre Segelgarderobe für die Segelsaison 2025 flott zu bekommen. Nutzen Sie noch im Winter die “Ruhezeit”, um bei unseren Segelmachern einen Expertencheck Ihrer Segel vornehmen und etwaige Schäden oder sich anbahnende Beschädigungen fachgerecht reparieren zu lassen. 

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Jorge Ferrero von QUANTUM SAILS am Bodensee mit Sven Krause

Zögern Sie also nicht – noch ist auch genug Zeit, damit wir Ihre Segelbestellung bis zum Saison-Start im Frühling 2025 abarbeiten und ausliefern können. Die Mitarbeiter in unseren Lofts von Ostsee bis Bodensee stehen Ihnen jederzeit und gern für Beratungen vor Ort oder per Video-Meeting zur Verfügung.

Wir sagen DANKE allen Gästen bei uns am Stand der BOOT Düsseldorf: Ihr Kommen, die Gespräche mit Ihnen und Ihr Feedback sind unser Lohn.

by Lars Reisberg Lars Reisberg

Kleine Segel für den großen Sprung

Globe 5.80 Transat mit QUANTUM SAILS.

IMOCA, TP52, Class 40 & Co sind Rennyachten und –klassen, die Ihnen ganz sicher ein Begriff sind. Von den rasanten, nur 6,50m langen Offshore-Gleitern der “Classe Mini 6.50” (so die offizielle Bezeichnung) haben Sie sicher auch schon etwas gehört. Wussten Sie eigentlich, dass es noch kleiner geht?

Es ist immer etwas los auf dem Atlantik: Während die Vendée Globe mit dem Zieleinlauf von Charlie Dalin und Yoann Richomme gerade wieder Schlagzeilen macht, ist am Wochenende die Flotte der Class Globe 5.80 in Lanzarote gestartet, ihr „Mini-Mini-Transat“-Rennen auszufechten. Die zwöf Skipper segeln dabei nicht nur mit den kleinsten Offshore-Racing-Booten: Diese Klasse hat so einige ganz eigentümliche Besonderheiten.

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Volles Set QUANTUM Segel, bestehend aus Fock, Groß und 2 Gennakern

Von den ursprünglich 16 Teilnehmern, die ab Lagos gestartet waren, haben es 12 zum offiziellen Start des Transat-Rennens geschafft. Unter ihnen ist auch ein deutsches Boot: Die ARGO von Christian Sauer. So, wie seine 11 Mitsegler, hat auch Christian Sauer seinen Globe 5.80-Racer selbst gebaut. Das nämlich gehört bei den „Globe Minis“ absolut dazu: Die Erfahrung, mit den eigenen Händen ein Boot zu bauen, welches man dann über den Atlantik segelt, ist essenzieller Bestandteil dieser Klasse. Dies ist bereits die zweite Auflage des Globe 5.80 Transat-Rennens, welches von keinem geringeren als Don McIntyre ins Leben gerufen wurde: Jenem Mann, der auch für das Revival des legendären Golden Globe Race verantwortlich ist.

One-Design Klassensegel von QUANTUM für die Globe 5.80-Minis

Mit selbstgebauten Sperrholz-Booten, die nicht viel mehr Platz als eine handelsübliche Badewanne bieten, eine Regatta über den Atlantik bestreiten? Das klingt in allen Belangen zurecht „abenteuerlich“. Aber keine Sorge, es handelt sich hier keineswegs um die „tollkühnen Männer in ihren segelnden Kisten“! Die Klassenregeln sind sehr eng gefasst, die Boote werden mit CNC-präzisionsgefrästen Selbstbau-Kits nach ganz genauen Vorgaben gebaut. Vitale Teile, wie das stehende Gut oder die Beschläge, müssen von lizensierten Lieferanten bezogen werden – ebenso, wie beispielsweise die Segel. Diese kommen immer von QUANTUM SAILS.

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Kleines, stolzes Boot: Und das mit unseren QUANTUM-Segeln!

Sicher wäre es hochspannend gewesen, diese Micro-Racer mit FUSION-M Hightech-Laminaten auszustatten, doch aus Kostengründen hat sich die Klasse entschieden, auf triradial geschnittene Dacron-Tuche zu setzen. Ziel ist, die Selbstbaukosten für die Teilnehmer nicht unnötig in die Höhe zu treiben – daher ist Dacron in puncto Langlebigkeit und Budget die optimale Wahl für Schiffe dieser Größe. Bei der Globe 5.80 kann man schon beim Blick auf die Rumpfform sehen, das dies kein Hochleistungs-Rumpf á la IMOCA ist. QUANTUM SAILS Segel-Designer Gildas Dubois hat daher leistungsfähige und vor allem haltbare Segel entwickelt, reffbar, mit extra starken Nähten.

Die Globe 5.80-Philosophie: Jeder baut sich seinen Racer selbst

Wie bei One Design-Klassen üblich, besteht also bei einzelnen Komponenten wie den Segeln wenig Spielraum. Bei der Ausgestaltung des Innenraums allerdings schon. Wir haben mit Tobias Meinel und dessen Frau Simone gesprochen, die zurzeit ihren Globe 5.80 Racer im heimatlichen Tauberbischoffsheim bauen. Ein echtes Paar-Projekt, wie beide uns bestätigen.

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Simone bereit die Stringer vor

Infiziert von der schönen Idee, gemeinsam den Atlantik zu überqueren, schaffen beide das 21 Fuß große Familienboot, welches auf dem Main gesegelt wurde, ab und widmen sich ihrer Globe 5.80. Das Selbstbau-Kit ist bestellt, die Garage zur Werft umgebaut: Ausgestattet mit dem Wissen und baulichen Fertigkeiten eines durchschnittlichen Heimwerkers, gehen es die Beiden an. Auch wenn „präzisionsgefrästes Selbstbau-Kit“ mit detaillierten Plänen nach “einfaches Riesen-Puzzle” klingt, der Bau hat durchaus Herausforderungen.

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CNC-gefräste Bauteile: Nur nicht den Überblick verlieren!

Wo der Zuschnitt-Dienstleister „optimiert“ hat, stimmt der Plan nicht mehr. Das Eine zieht das Andere nach sich. Wohl dem, der da vernetzt ist: Ein weiterer toller Aspekt der Globe 5.80 ist die Community. Don McIntyre motiviert und fordert alle Teilnehmer auf, nicht nur die Außenwelt in Form von Blogs, YouTube-Kanälen oder Social Media-Postings am Baufortschritt teilhaben zu lassen, er fördert und wünscht sich auch, dass sich die Teilnehmer untereinander vernetzen. Um sich gegenseitig zu helfen. Tobias und Simone haben mit Hilfe der Community viele Ihrer eigenen Probleme schnell lösen können.

Die Werft daheim

Und so entsteht ein Spant nach dem anderen. Immer sicherer wird der Umgang mit den vorgefertigten Teilen, das richtige Mischungsverhältnis für den Epoxy-Klebstoff ist schnell gefunden, bei den Werkzeugen trennt sich die Spreu vom Weizen. Mit jedem Schritt, den sie in den Bauplänen abhaken können, wächst die Zuversicht, dass sie es schaffen. Und natürlich der Stolz.

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Zusammenbau eines Globe 5.80-Spants

Tobias erzählt uns mit glänzenden Augen, dass es dann vor allem jener Moment war, an dem er die fertigen Spanten und Schotten endlich in der richtigen Reihenfolge vom Heck bis zum Steven in das Fertigungsgerüst stellen konnte. Zum ersten Mal war MAKANI, so der Name ihres Mini-Racers, als echte Yacht in voller Größe zu sehen: Und auch wenn 5 Meter und 80 Zentimeter so ziemlich das kleinste ist, mit dem man an einem Offshore-Rennen teilnehmen kann, es wirkt riesig in der eigenen Garage!

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Ein Boot nimmt Gestalt an

Tobias und Simone haben drei Kinder. Man kann sich den Balanceakt vorstellen, den eine so lebhafte Familie, das normale Arbeitsleben und die heimatliche Schiffswerft den Beiden abverlangen. Aber sie schaffen es, denn ein Traum treibt sie an: Bei der nächsten, der dritten Globe 5.80 Transat wollen sie am Start sein. Denn eine Regelanpassung erlaubt nun auch die Teilnahme als Doublehand-Team!

Kleines Boot für große Träume

Das wird ganz sicher die Bordroutine, das Steuern, die Navigation und die Sicherheit verbessern. Es stellt das Paar aber auch vor ganz neue Herausforderungen: Zwei Menschen brauchen die doppelte Menge an Wasser und an Verpflegung, zum Beispiel. Zudem kann die extreme Enge an Bord – unter Deck kann man sich kaum der Länge nach ausstrecken – zu Spannungen führen. Boote, das wissen Segler nur zu genau, sind „Sozial-Reaktoren.“

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Die Bleibombe - selbstgegossen!

Aber das schreckt Tobias und Simone nicht ab: Wenn man ein Boot gemeinsam gebaut hat schweißt das wahrscheinlich nochmal ganz besonders eng zusammen. Eine profunde und einmalige Erfahrung für die Beiden, ganz sicher! Und so komplett ohne Übung sind sie im Segeln auf kleinen Booten ja auch nicht: Wo sich andere Segler mit jedem Boot vergrößern, sind sie immer kleiner geworden. Vom ersten 22 Fuß-Backdecker über den noch kleineren 21-Fuß-Daysailer zu jetzt knapp unter 6 Metern. Antizyklisch, aber erfolgreich.

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Christian Sauer, ARGO, und Tobias Meinel, MAKANI, helfen sich gegenseitig beim Bau

Jetzt im Winter passiert recht wenig in der heimatlichen Garagen-Werft: Die Temperaturen sind zu niedrig, um sinnvoll zu arbeiten. Tobias und Simone schmelzen daher in einer abenteuerlichen Aktion kurz vor Heiligabend über 90 Kilogramm Alt-Blei und gießen die beiden Bleibomben-Hälften für den Kiel, Simone überlegt sich, ob sie nicht im beheizten Gästezimmer mit dem Ruderblatt beginnen können: Der Frühling kann ihnen nicht schnell genug kommen!

Keine Kompromisse bei den Segeln

Apropos Frühling: Der ist ewig auf den Kanaren, wo letztes Wochenende Christian Sauer mit seiner ARGO in See sticht. Tobias besucht ihn, hilft bei den letzten Vorbereitungen: Die Beiden kennen sich aus der Builder´s Community, sind mittlerweile Freunde geworden. Es scheint, als gehe Don McIntyres Idee auf. Ist das nicht genau diese weltumspannende Gemeinschaft, die wir alle am Segeln so toll finden?

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Fair winds, ARGO!

Stolz sieht sie aus, die kleine ARGO, wie sie mit gerefftem Groß aus der Marina Rubikon in See sticht: Hoch am Wind, den mächtigen Ozean in Angriff nehmend. Wir wünschen ARGO, ihrem Skipper und allen Teilnehmern der Globe 5.80 Mini Transat Challenge ein spannendes, fröhliches und vor allem sicheres Rennen nach Antigua: Mögen Euch unsere QUANTUM-Segel schnell rüberfliegen lassen!

Mehr zum Baufortschritt der MAKANI von Simone & Tobias lesen Sie hier

Zum Live-Tracker der Class 5.80 Mini Transat Challenge

> Globe 5.80-Klasse

by Lars Reisberg Lars Reisberg

Unsere QUANTUM SAILS-Partner: Jensen-Segel in Neustadt in Holstein

Kompetenter Rundum-Service für die ganze Lübecker Bucht

QUANTUM SAILS Germany, das ist nicht nur unser Loft und Hauptquartier in Flensburg unter der Leitung von Sven Krause. Zu unserem Netzwerk gehören auch Partner-Lofts, die vor allem in Norddeutschland an den Segel-Hotspots verteilt sind: Und damit immer in Ihrer Nähe. Wir möchten Ihnen heute unseren Partner in der Lübecker Bucht vorstellen: Jensen-Segel in Neustadt in Holstein.

Wer zum Segeln nach Neustadt kommt und mit dem Auto anreist, der wird die Werkstatthalle von Detlef Jensen höchstwahrscheinlich übersehen. Denn am großen Kreisverkehr fahren die meisten Besucher gleich geradeaus durch zur ancora Marina. Um zu Jensen-Segel zu kommen, müsste man sich rechts halten. Hier, nur wenige Autominuten vom Hafen entfernt, leiten dann zwei Schilder auf den Parkplatz: Herzlich willkommen!

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Detlef Jensen: Segelmacher mit Leidenschaft

Um diese Jahreszeit, es ist die erste Januarwoche, ist noch nicht viel los. Detlef freut sich, dass wir vorbeikommen, bietet uns eine Tasse Tee an: „Ich bin auch erst gerade vom Skifahren in Österreich zurück“, sagt er. Erholt sieht er aus, sein Lächeln ist gewinnend: Es passt zu diesem ungewöhnlich strahlend-sonnigen Tag.

Nahe dran, am größten Yachthafen der Ostsee

Jensen-Segel ist ein alt-eingesessener Betrieb. Der Name ist in Neustadt sowie über die Grenzen der Lübecker Bucht hinaus ein Begriff. Kein Wunder: Detlef ist mit über 45 Dienstjahren ein Urgestein der deutschen Segelmacher-Szene. Selbstverständlich liegt ein Großteil seiner Kunden in der nahen ancora Marina. Mit seinen 1.400 Liegeplätzen ist dies der größte Hafen an der deutschen Ostsee-Küste. „Unsere Kunden haben sehr kurze Wege zu uns“, sagt Detlef: „Auch wenn wir nicht direkt in der Marina sind, mit dem Auto braucht man keine fünf Minuten.“ Warum die Werkstatt hier ansässig ist? Mehr Platz für besseres Arbeiten.

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Versenkter Arbeitsplatz an einer der Nähmaschinen im Loft

Den Werkstattraum, wie bei einem Segelmacher üblich, darf nur betreten, wer die Straßenschuhe auszieht. Wenn hier Ihre wertvollen Laminatsegel ausgebreitet werden, sollten keine spitzen Steine oder Dreck die Membranen beschädigen oder beschmutzen. Detlef deutet auf zwei versenkte Arbeitsplätze im Boden. Sie so zu bauen ist ziemlich clever: Die Segel müssen nun nicht mehr auf Tische gehievt werden, Nähte und Laminate kommen bei der Arbeit nicht mehr unter Spannung. Das ist nicht nur für die Segel gut, sondern auch für den eigenen Rücken: „Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste …“, sagt Detlef und lächelt.

Ein Leben für das Segeln

Detlef Jensen startet 1978 in den Beruf des Segelmachers. Nicht weit von hier, in Travemünde, geht er in die Lehre. Da er selbst leidenschaftlicher Segler ist, ein Traumberuf für ihn. Dieses Funkeln in den Augen hat er bis heute, Segel sind sein Leben. Als junger Mann sammelt er Erfahrungen, zieht umher: Die Arbeit in einem Loft in Dänemark wird zu seiner prägenden Zeit. Ebenso, wie er den Booten Flügel verleiht, liebt er es, diese dann auch zu segeln.

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Detlef Jensen im Regatta-Fieber

Detlef ist Regattasegler durch und durch. Und dabei unheimlich bescheiden – laut zu sein war seine Sache nie. Ja, den Titel des Deutschen Meisters, den habe er schon mal gewonnen, gibt er erst nach mehrmaligem Nachfragen zu. Er steht nicht gern im Fokus. 

Von hinten ruft Markus Hafner: „Du warst doch sogar schon Vize-Weltmeister, oder?“ Detlef nickt bescheiden und lächelt etwas in Gedanken versunken. Markus kommt hinzu, er ist der zweite im Team bei Jensen-Segel

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Markus Hafner: Segelmacher bei Jensen-Segel

Markus Hafner startet 2018 als Segelmacher, zunächst mit der Ausbildung in diesem schönen Beruf in Kiel, seiner Heimatstadt. Das letzte Lehrjahr allerdings absolviert er schon unter Detlefs Fittichen. Seit fünf Jahren gibt er Vollgas im Neustädter Loft. 

„Und? Steht er schon in den Startlöchern, um die Werkstatt zu übernehmen?“, fragen wir Detlef. Der schaut zu Markus und reißt die Augen weit auf: „Gut wäre es!“, sagt er. Immerhin werde er bald 65 und da würde er es schon ein bisschen ruhiger angehen wollen … noch aber „juckt“ es ihn zu sehr in den Fingern, sagt er. Es macht eben alles zu sehr Spaß.

Im Zentrum steht der Service rund um Ihre Segel

Was beide als Spaß und Ihre Leidenschaft bezeichnen, ist in Wahrheit aber auch harte Handwerksarbeit. Der Leistungsumfang von Jensen-Segel ist komplett: Alles, was ein Segler eben erwartet. „Wir sind auf die Wartung, Pflege und Reparatur von Segeln spezialisiert“, erklären beide. Kunden aus Boltenhagen im Osten bis weit hinter Fehmarn vertrauen ihnen ihre Tuche an. Reparaturen bilden dabei das Hauptgeschäft.

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Kleine und große Segel-Reparaturen

Markus zeigt uns ein Membransegel, bei dem ein Liek über mehrere Meter abgerissen ist: „Das sind so die Haupt-Jobs bei uns“, erklärt er. Schäden am Segel, die durch Überbelastungen, Materialverschleiß aber auch immer mehr durch UV entstehen, werden hier fachmännisch beseitigt. Von der Größe der Werkstatt her zu urteilen, können hier Yachten aller Größen und Riggformen betreut werden. Markus bestätigt das: „Wir haben vom High-Tech Racer bis zum Traditionssegler eigentlich alles an Kunden, was auf dem Wasser Segel setzen kann.“

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Das Segel-Lager auf dem Oberdeck

Und diese Kunden bleiben treu: „Wir holen die Segel im Herbst direkt an Bord ab, kontrollieren sie, reinigen und reparieren und dann kommen sie in unser Trockenlager.“, erklärt Detlef. Neben der Werkstatt führt eine breite Treppe auf das „Oberdeck“. Dort, gut belüftet aber eben trocken, lagern sauber verpackt und gestapelt einige hundert Segelsäcke. So langsam kommt hier nun auch Leben in die Bude bestätigt Markus: Schon jetzt im Januar bereiten sie sich auf den Neustadt der Saison im Frühling vor.

Die Spezialität von Jensen-Segel: Winterplanen, Persenninge, Bimini & Sprayhoods

„Fahrt am besten auch mal in die ancora Marina“, empfehlen sie uns. Dort, im Wasser liegend, könnten wir eine der großen Spezialitäten von Jensen-Segel bewundern: Maßgefertigte Planen und Persenninge für Yachten aller Art. Durch die immer wärmeren Winter, von denen kaum noch die Gefahr von zugefrorenen Häfen ausgeht, lassen immer mehr Bootseigner ihre Yachten im Wasser.

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Stabil, passend, langlebig: Winter-Persenninge für Ihre Yacht

Der Schutz der Holzdecks vor Schnee, Eis und Schmutz aber auch vor der Sonneneinstrahlung verlangt nach vernünftigen Winterpersenningen. Die Moody 54 DS zeigt sehr schön die Arbeit von Jensen-Segel: Hier ist es vor allem Markus, der für Aufmaß, Konzept und Herstellung dieser Maßanzüge für die Boote sorgt. „Die Persenninge von uns passen nicht nur wie angegossen, sie sind zudem aus widerstandsfähigen Profimaterialien gefertigt“, bestätigt er. So, wie Schnee und Eis abgenommen haben, sind Starkwindereignisse immer häufiger zu beobachten: „Wer hier spart, dem kann die Persenning dann schnell zerrissen werden und durch die Marina wehen.“

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Eine der großen Spezialitäten von Jensen-Segel

Persenninge, ob für Wasserlieger oder das Trockenlager, aber auch Sprayhoods und Biminis, können bei Jensen-Segel in Auftrag gegeben oder zur Reparatur gebracht werden. Dieser Facettenreichtum ist eben das Attraktive am Beruf des Segelmachers, bestätigen beide: Unterschiedlichste Produkte, Materialien und Techniken treffen auf spannende Menschen. Boote und Yachten aller Art kommen hinzu. „Was gibt es Schöneres?“

Der „Rundum-sorglos-Service“ für Ihre Segel

Draußen vor der Werkstatt steht der Transporter von Jensen-Segel. Das QUANTUM-Q prangt stolz an der Seite: Natürlich können Segler und Bootseigner nicht nur vom bequemen Abhol- & Bringe-Service und der jahrzehntelangen Erfahrung von Detlef Jensen in Sachen Reparatur profitieren: Gerade wenn es um den Neukauf geht, hilft dieser Erfahrungsschatz enorm. 

„Wir arbeiten hier Marken-offen“, sagt Detlef: „Man kann hier also auch seine Segel von uns betreuen lassen, wenn diese von Elvström, North Sails, One Sails, UK und wie sie alle heißen, sind!“ Und genau hier liegt der Mehrwert: Eben weil Detlef Jensen schon alles an Segeln in seine Finger bekommen hat, kann er sehr gut sagen, was etwas taugt und was nicht. „Ich  habe mich damals nicht umsonst entschieden, Partner von QUANTUM SAILS zu werden.“

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Wenn Sie diesen Transporter sehen, sind Top-Segel im Anflug!

Die Kunden freut dabei vor allem der mobile Service: Eher selten bringen die Eigner ihre Segelsätze selbst in die Werkstatt. „Meist fahren wir mit dem Transporter direkt zu den Kunden in die Häfen, helfen beim Abschlagen der Segel und bringen die Tuche dann hier her zu uns“, erklärt Markus. Und im Frühling hält der QUANTUM-Vito dann wieder direkt am Steg, man hilft beim Anschlagen. „Rundum sorglos eben“, sagt Detlef stolz, lächelt und blinzelt in die heute so strahlend scheinende Januar-Sonne.

by Lars Reisberg Lars Reisberg

Jahres-Meeting der QUANTUM SAILS-Lofts in Flensburg

Neue Segeltrends und Ausblick auf 2025

Bereits Anfang Dezember hatten wir nach Wees bei Flensburg ins deutsche Quantum Sails-Hauptquartier eingeladen und freuten uns, dass viele Kollegen aus den Partner-Lofts gut gelaunt und teilweise schon in Weihnachtsstimmung unserer Einladung gefolgt sind.

An sich sind solche Jahresmeetings nichts Besonderes, Ihre eigene Firma wird dies sicherlich in der einen oder anderen Form auch für Sie und Ihre Kollegen durchgeführt haben. Es sind weniger die Rückblicke, da oftmals nur intern spannend, als die Ausblicke, die wirklich von Interesse sind. Wir möchten Ihnen in diesem Artikel vermitteln, was Sie von Quantum Sails in 2025 erwarten dürfen, denn es kommen einige sehr spannende Dinge!

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Die Kollegen aus den QUANTUM SAILS Lofts in Flensburg

Grundsätzlich, so Krause in Übereinstimmung mit den Kollegen, freuen wir uns als Segelmacher über steigendes Interesse der Segler an guten Tuchen. Das mag an den überaus hohen Neuboot-Preisen liegen, die bei vielen Seglern den Kauf einer neuen Yacht zunächst uninteressant werden lässt und damit dann Ausgaben für neue Segel für das vorhandene Boot frei macht. Oder es liegt an dem zunehmend steigenden Informationsgrad der Segler: „Immer mehr Anfragen lassen darauf schließen, dass sich die Segler intensiver mit Segelphysik, Segeltrimm und damit auch mit Segeltuchen und verschiedenen Arten der Segel beschäftigen.“, so Krause: „Neben Dacron als Standardsegel gibt es eine ganze Palette von interessanten Alternativen, die maßgefertigt genau zum jeweiligen Boot der Kunden passen – und die dann deshalb sofort und umfassend den Segelspaß erhöhen!“ Eine gute Ausgangslage für 2025 also.

Die Power von QUANTUM IQ-Technology: Segelplanung 2.0

Warum maßgefertigte Segel so einen großen Effekt haben, erklärt Sven Krause unter anderem mit der Quantum Sails iQ-Technologie, dem Designtool für unsere Segel-Designer. „Dieses Paket vereint das weltweite technische Knowhow von QUANTUM SAILS in einer mächtigen Software!“, sagt Sven: „Dieses Tool hat neben einer umfassenden Datenbank sehr leistungsfähige 3D-, FEA- und CFD-Komponenten, die es unseren Designern ermöglichen, die Segel der Kunden äußerst präzise zu modellieren und zu optimieren.“

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iQ-Analyse der Segel von Boris Herrmanns MALIZIA von 2019

Was früher nur den Profis von Volvo Ocean Race, Vendée Globe & Co vorbehalten war, ist nun theoretisch von jedem QUANTUM SAILS-Loft abrufbar. „Wenn man sich also vorstellt, dass dieser riesige Erfahrungsschatz in jeden Satz Fahrtensegel einfließt, dann wird schnell deutlich, worin der Nutzen für alle Segler besteht.“, meint Sven: Höhere Geschwindigkeiten, weniger Verschleiß und damit längere Haltbarkeit durch die Eliminierung von möglichen Schadens-Hotspots sowie eine bessere Integration der Segel in das Gesamtsystem des jeweiligen Bootes.

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Berechnetes Segel-Shape vs. echtes: Unheimlich präzise!

Dass das ein Gewinn für Jedermann ist, liegt also auf der Hand. „Es ist eines meiner Ziele für das kommende Jahr, dass wir auch dem normalen Fahrtensegler vermitteln, welchen Nutzen und Mehrwert Quantum Sails allen Kunden bietet. QUANTUM iQ ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Faktor.“, sagt Sven Krause. QUANTUM SAILS ist eben nicht nur für den Grandprix-Regattasegler interessant, sondern bringt spürbare Vorteile für alle Bootsbesitzer.

Formel 1-Technologie für Normal-Segler

Natürlich ist QUANTUM ohne Regatta undenkbar. Das Engagement mit AMERICAN MAGIC im America’s Cup und QUANTUM RACING in der TP52 SuperSeries, um nur die herausragenden Projekte zu nennen, ist für uns das, was die Formel 1 für die Autokonzerne ist: Ein wichtiges und wertvolles Test-Umfeld für neue Technologien, Materialien, Laminate und Produktions-Methoden. „Im Grandprix-Bereich werden Grenzen erreicht und überschritten – Produkte, die dort unter diesen extremen Bedingungen funktionieren, werden so für den Einsatz von Normal-Seglern optimiert.“, erklärt Sven Krause. Es gibt aber auch ein „Dazwischen“.

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"AMERICAN MAGIC" bei full speed

Die „Jedermann-Regatten“ im Einhand und Double-Handed-Bereich boomen seit einigen Jahren. Das Silverrudder beispielsweise ist die größte Einhandregatta der Welt – und immer mindestens ebenso schnell ausverkauft wie eine neue Abschiedstour der Rolling Stones. Das riesige Interesse der Segler an diesen unkomplizierten Veranstaltungen ist ein Wegweiser. Und wie viele andere Bootseigner ist auch Sven Krause selbst Teil dieser Bewegung. Er kann also mitreden.

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Sven Krause beim Silverrudder 2024

Sven Krause hat mit seiner Comfortina selbst schon zweimal am Silverrudder teilgenommen. Eine wunderbare Erfahrung, die seine mehr als 40 Jahre Erfahrung auf allen Ebenen des Regattasegelns ergänzen. „Es ist wie immer eine intensive Auseinandersetzung mit Wind, Strömung, Segeltrimm und Wettertaktik“, sagt Sven. „Nur eben, dass man alles allein verantworten muss. Das macht die Sache besonders spannend.“ Und da man auf jedem Törn und vor allem bei jeder Regatta etwas lernt, gab es auch in der vergangenen Saison wertvolle Erkenntnisse. Wir werden an anderer Stelle von Svens Vorbereitungen und Erfahrungen, insbesondere mit AWA-Segeln, genauer berichten.

Trends in der Segelentwicklung

Was gibt es Neues am Horizont? Ein großer Trend bei der Segeltuch-Entwicklung ist der Ersatz schädlicher Ewigkeits-Chemikalien durch verträglichere Rezepturen. Und der stetige Ausbau des Anteils an recycelten Materialien. Beides ist in unseren Segeln der Eco-Serie schon Realität. Darüber hinaus ist die Entwicklungsabteilung von QUANTUM SAILS dabei, die nächste Generation Fusion M-Segel zu entwickeln. Die ersten Segel sind getestet. Wann das neue Produkt kommt und ob es dann noch Fusion M heißen wird – das konnte während des Meetings noch nicht verraten werden.

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Sven Krause bei der Produktschulung

Nicht mehr so geheim sind die stetigen Verbesserungen, die vor allem in der Produktion der Quantum Fusion M-Segel vom Grandprix-Bereich Stück für Stück auch für andere Produktgruppen unterhalb der „Formel 1“ übernommen werden. Intern als „iPure“ bezeichnet, ist das ein ganzes Paket von Innovationen, die Fusion M-Segel noch leichter, formbeständiger und langlebiger machen. Darüber hinaus erscheinen die mit iPure-Komponenten gefertigten Segel geradezu monolithisch: Kaum sichtbare Verstärkungen oder nachträglich aufgenähte Bauteile stören die Optik oder Aerodynamik. Das ist pures iPure!

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Nahaufnahme des Fasergeleges eines FUSION M-Segels

Nicht mehr so geheim sind die stetigen Verbesserungen, die vor allem in der Produktion der Quantum Fusion M-Segel vom Grandprix-Bereich Stück für Stück auch für andere Produktgruppen unterhalb der „Formel 1“ übernommen werden. Intern als „iPure“ bezeichnet, ist das ein ganzes Paket von Innovationen, die Fusion M-Segel noch leichter, formbeständiger und langlebiger machen. Darüber hinaus erscheinen die mit iPure-Komponenten gefertigten Segel geradezu monolithisch: Kaum sichtbare Verstärkungen oder nachträglich aufgenähte Bauteile stören die Optik oder Aerodynamik. Das ist pures iPure!

Immer noch on top: Fusion M

Auch ohne iPure sind alle Fusion-Membransegel von QUANTUM SAILS natürlich noch immer absolute Spitzenqualität! „Unsere Aufgabe ist es, die Vorteile der Fusion-Technologie den Kunden noch besser zu vermitteln“, so Sven, denn auch im oberen Segment ist der Preisdruck durch den Wettbewerb spürbar. Dass vermeintlich vergleichbare Segel bei anderen Marken bis zu 20 Prozent preiswerter angeboten werden und uns Kunden kostet, ärgert ihn: „Viele der dort als Hightech angebotenen Produkte können ja eben nicht mit unserem Fusion M mithalten!“ Das hat viele Gründe.

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Fachgespräche in den Pausen.

So werden beispielsweise die Fasern von Quantums Fusion M-Segeln mit einer Vorspannung verlegt: „Man sieht es bei genauem Hinsehen den Konkurrenzprodukten deutlich an: Zwar werden diese dann als einteilige Segel hergestellt, was auf dem ersten Blick attraktiv erscheint. Aber wer genau hinschaut sieht, dass die Fasern dort nicht unter Spannung eingebettet sind. Die Folge: Diese Segeltuche dehnen sich unter Last ein wenig. Erst dann nehmen die Fasern die Lasten auf. Das ist nicht optimal. Fusion M-Segel werden zwar nicht einteilig gefertigt, dafür aber nehmen die Carbon- und Aramid-Fasern die Kräfte im Segel sofort auf, das designte Segelprofil bleibt optimal. „Außerdem erlaubt uns die Fertigung in Sektionen, eine optimale Lamination zu erzielen“, ergänzt Sven Krause, „das ist bei einteiligen Verfahren technisch nicht umzusetzen.“ 

Als weiteren Aspekt führt Sven den Punkt an, dass im Fusion M-Verfahren das designte Segelprofil erst nach der Lamination übertragen wird. Die unkontrollierbare Schrumpfung des Materials durch die Hitze des Laminierens spielt daher bei der Produktion eines Fusion M-Segels keine Rolle. Daher sind unsere immer die exakte Replikation des Computerdesigns!

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Details eines Fusion M6-Großsegels. Gut erkennbar: die komplexe Faser-Matrix mit zahllosen Überkreuzungen. Bonus: Einlaminierte Lattentaschen.

Ein weiterer Aspekt sind die Querkräfte: In vielen Konkurrenz-Laminaten sind keine oder nur wenige so genannte Transverse- oder X-Ply-Fasern vorhanden, welche ein iostropisches, dauerhaft formstabiles Fasergelege erzeugen. Daher sind solche Segel kaum in der Lage, Verformungen durch Alterung lange zu widerstehen. „Bei QUANTUM SAILS Fusion M-Laminaten kann man diese aufwändigen Fasergitter dann sehr deutlich erkennen“, so Sven: „Auch bei XRP-Laminaten ist ein ähnliches Fasergelege integriert.“

All das kostet natürlich und macht am Ende wahrscheinlich einen Preisunterschied aus, die QUANTUM SAILS teurer machen als manches Produkt des Wettbewerbs: „Wir müssen besser erklären, warum unser Fusion M genau so hergestellt wird und nicht anders. Es gibt zwar neuere Produkte, aber die sind nicht zwangsläufig besser. Im Gegenteil!“ Wir werden im kommenden Jahr noch mehr in der Kommunikation, der Mitarbeiterschulung und auch in der Kundenberatung daran arbeiten, diese Unterschiede für Sie klar herauszustellen.

Noch mehr persönlicher Service von QUANTUM SAILS – in ganz Europa!

Viele unserer Kunden sind zwar in der Nähe unserer deutschen QUANTUM-Loften ansässig, andere haben ihre Yachten aber in weiter entfernten Revieren liegen. Eigner in den Häfen der Adria, der Cote d´Azur oder auch in Spanien sind oftmals versucht, lokalen Segelmachern vor Ort ihr Vertrauen zu schenken. „Wir wollen und müssen daher auch noch stärker kommunizieren, dass wir über das internationale QUANTUM SAILS-Netzwerk fast überall persönlichen und schnellen Service vor Ort bieten können“, sagt Sven. Und das dann sogar effizienter: „Wir sprechen Deutsch, wir kennen den Kunden, wir kennen seine Segel. Mit Hilfe unserer Quantum-Kollegen in vielen Loften in Europa können wir fast überall hervorragenden Support bieten.“

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Dürfen wir Ihnen in 2025 auch eine Segeltasche schnüren?

Die lokale Ausrichtung unserer QUANTUM SAILS-Lofts an den wichtigen Segel-Hotspots der Ostsee ist das eine, so Sven, „dass wir aber einem anspruchsvollen Segler den gleichen Service auch in Palma, Trogir oder Korfu bieten können, müssen wir noch besser vermitteln.“

Dass das stimmt, sehen wir nebenan im Loft aktuell an einem schönen Gennaker, den wir kürzlich von einer Kundenyacht aus Valencia per Express-Sendung ins Loft gesandt bekommen haben: Das Vertrauen in unsere Arbeit wird Eignern in Spanien ebenso geschätzt wie von Seglern in Kiel.

Sehen wir uns in Düsseldorf?

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Halten Sie nach diesem Stand Ausschau: Halle 10, Stand G60!

Wir möchten Sie einladen, uns in Düsseldorf auf der Boot zu besuchen: Vom 18. bis 26. Januar treffen Sie uns in Halle 10 am Stand G60 – Sven Krause und die Kollegen aus den Lofts ebenso wie unsere internationalen Fachleute. „Wir haben fast alle Segeltuche und Materialien am Stand, Leichtwindsegel und Furling-Technologien“, so Sven Krause: „Wir bieten umfassende Beratung und Infos zu neuen Segeln von QUANTUM SAILS – für alle Regatta-Segler, Performance-Cruiser, Blauwasser-Segler oder zu welcher Gruppe Sie sich zählen. Wir freuen uns auf Sie! Kommen Sie vorbei!“

by Lars Reisberg Lars Reisberg

Vendée Globe-Fieber mit QUANTUM SAILS!

QUANTUM SAILS im Vendée Globe-Rennen mit Oliver Heer und Sebastien Marsset

Verfolgen Sie auch mehr oder weniger regelmäßig den Vendée Globe-Tracker in der App oder auf den verschiedenen Yacht-Seiten? Diese längste und wohl faszinierendste aller Offshore-Regatten gilt als der Mount Everest des Segelsports!

In diesem Jahr sind zwei IMOCA-Rennyachten mit Segeln von QUANTUM SAILS ausgerüstet: Zurzeit befinden wir uns in der Mitte des Rennens. Die beiden Teilnehmer Sebastien Marsset und Oliver Heer behaupten sich im hinteren Dritten des Feldes. Das ist kein Zeichen für eine schlechte Leistung oder gar „langsames“ Segeln. Das Feld ist in Foiler neuester Generation (wie zum Beispiel Boris Herrmanns MALIZIA) und nicht-Foiler aufgeteilt. IMOCAs ohne Foils sind meist Designs älteren Datums. Diese VG-Teilnehmer erfüllen sich mit der Teilnahme ihren persönlichen, lebenslangen Traum oder nutzen dieses Vendée Globe, um sich Publikum und Sponsoren für das nächste Rennen zu empfehlen – mit guten Leistungen und natürlich auch möglichst großer medialer Reichweite.

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Solide platziert: Oliver Heer und „TUT GUT“ am Tag 41 der Vendée Globe

Alle haben gemeinsam: Wer dem unerbittlichen Sturm der Brüllenden Vierziger widersteht – und sei es der Letztplatzierte – hat wahrlich Übermenschliches geleistet! Wir haben mit Oliver Heer via Starlink (was an sich auch schon verrückt ist!) ein Interview geführt:

Warum hast Du Dich für Deinen IMOCA für die Segel von QUANTUM SAILS entschieden?

Oliver Heer: „Im letzten Sommer haben wir uns entscheiden, für unseren IMOCA „TUT GUT“ komplett neue Segel anzuschaffen. Dabei sprachen wir im Prinzip mit allen Anbietern, die Erfahrungen mit IMOCA-Rennyachten haben und auch schon Vendée Globe-Teams ausgestattet haben. Am Ende muss ich sagen, hat uns vor allem die absolut professionelle und auch auf menschlicher Ebene einwandfreie Betreuung durch das QUANTUM SAILS-Team in Lorient überzeugt. Richtig top!“

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Oliver Heer setzt beim Vendée Globe auf QUANTUM SAILS

„Was für meine technische Crew am Ende am meisten Ausschlag gegeben hat, war neben der Betreuung bei QUANTUM SAILS die überragende Qualität der Besegelung, und zwar durchweg. Und es gibt nur eine kleine Handvoll Segelhersteller weltweit, deren Segel die Robustheit und Langlebigkeit für ein Vendée Globe-Rennen mitbringen. Du musst Dir vorstellen, dass fast alle IMOCA-Teams in Lorient ansässig sind. Dazu kommen noch die vielen Mini- und Class 40-Segler sowie die großen Ultim-Teams. Wir sind ein vergleichsweise kleiner Rennstall mit einem überschaubaren Budget. Ich persönlich hatte da einfach auch Bedenken, dass wir sozusagen in der Prio „hinten anstehen“ würden bei anderen Segel-Marken, die für die großen, finanzstarken Teams arbeiten. Bei QUANTUM SAILS war das aber komplett nicht der Fall: Die Jungs behandeln jeden Kunden wie eine „Nummer 1“. Top Service, jederzeit erreichbar, offen für alle Fragen. Die sind sogar oft mit uns rausgegangen zum Testen und um zu schauen, wie ihre Segel stehen!“

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"TUT GUT“ ist ein nicht-foilender IMOCA mit Daggerboards

„Es ist aber nicht nur der Service: Es ist auch die Expertise. Sie wissen einfach, was sie tun. Es ist erstaunlich, wieviel Background-Wissen von den vielen Vendée Globes und auch anderen IMOCA-Rennen sich angesammelt hat und auch genutzt wird. Sie haben für alle Fragen einen Lösungsansatz. Aber wie gesagt, die enge, persönliche Beziehung zu den Segelmachern ist eigentlich das, was QUANTUM SAILS für mich ausmacht.“

Was müssen gute Segel für Dich leisten?

„An Bord der „TUT GUT“ fahre ich das volle Setup der erlaubten Segel: Großsegel, J3 und J2 Vorsegel und die Leichtwindsegel. Als wir mit den Segeldesignern bei QUANTUM SAILS ein Briefing erarbeitet haben, wie die neuen Segel gebaut werden sollen, stand für mich ganz oben auf der Liste eigentlich nur ein Wort: Zuverlässigkeit!“

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Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit sind Oliver Heer bei dieser Vendée Globe das wichtigste

„Mein oberstes Ziel für diese Vendée Globe ist, zu finishen. Ich will sicher ankommen! Das bedeutet, dass die Segel in erster Linie auf maximale Widerstandsfähigkeit und Haltbarkeit hin ausgelegt werden sollten. Im Laufe des Design-Prozesses der Segel muss man immer wieder Entscheidungen treffen, die entweder in Richtung Performance oder in Richtung Haltbarkeit gehen. Wenn mich also die Segelmacher von QUANTUM SAILS wieder gefragt haben, wie ich mich bei bestimmten Details entscheide, habe ich grundsätzlich immer die Haltbarkeit der Performance vorgezogen. Mein Großsegel hat vor dem Vendée Globe-Start beispielsweise zwei Atlantik-Überquerungen mitgemacht: Und es ist noch immer vollkommen beschädigungsfrei, hat ein tadelloses Profil und macht einen fantastischen Job!“

Wie sieht für Dich die generelle Strategie für die Vendée Globe 2024 aus?

„Wie ich oben schon sagte, mein großes Ziel ist es, anzukommen. Daher segle ich sehr konservativ und versuche vor allem keine dummen Fehler zu machen. Im übrigen haben wir uns in diesem Zusammenhang beispielsweise entschieden, den großen A2-Gennaker zu Hause zu lassen – also das große Downwind-Segel – und statt dessen einen kleinen A8 mitzunehmen. Die Idee ist, dass ich dann zumindest für Leichtwind noch ein Art „Crossover-Segel“ habe, falls ich eines der Hauptsegel verlieren oder zu stark beschädigen sollte. Ich möchte also ein allzu großes Loch in meiner Segel-Palette vermeiden.“

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Höchste Ansprüche und Belastungen bis an die Materialgrenze: QUANTUM SAILS halten

„Bis jetzt – klopf´auf Carbon – habe ich keinerlei Probleme mit meinen Segeln von QUANTUM. Es sind keine Beschädigungen oder sonst irgendwelche Auflösungserscheinungen zu erkennen. Daher bin ich sehr guter Dinge, dass meine Strategie funktionieren wird und … mal sehen, wo wir uns am Ende wiederfinden werden.“

Danke, Oliver Heer für diesen Einblick – umso faszinierender, dass wir beim Interview das Heulen des Windes, die überkommende Gischt und das Knarzen des Carbons hören konnten! Wir wünschen allen Vendée Globe-Skippern weiterhin ein aufregendes und vor allem sicheres Rennen!

Zurück zu QUANTUM SAILS:
Was sagt der Segel-Designer zu den IMOCA-Segeln?

Wir fanden Oliver Heer´s Ausführungen so interessant, dass wir einen der Top-Spezialisten für die Open 60 IMOCA-Klasse und die Vendée Globe-Projekte bei QUANTUM SAILS kontaktiert haben. Gildas Dubois ist eine Größe im Rennsport, selbst aktiver Regattasegler in der französischen Offshore-Szene und Segeldesigner bei QUANTUM SAILS.

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Segeldesigner Gildas Dubois bei QUANTUM SAILS in Lorient

Wir wollten als erstes wissen, was – wenn es denn einen gibt – der Unterschied seiner Arbeit ist, wenn der Kunde ein Vendée Globe-Setup bestellt oder einen Satz Fahrtensegel: „Zunächst muss man feststellen, dass so ein IMOCA bei der Vendée Globe ein komplett anderes Programm segelt. Wir sprechen hier von Windgeschwindigkeiten in einer Range von 5 bis 60 Knoten true wind. In diesem Bereich müssen die Segel funktionieren. Hinzu kommt, dass wir die Segel für einen IMOCA für Windwinkel zwischen 45 und 170 Grad entwickeln. Dann gehen wir jedes einzelne Segel durch und legen die Rahmenwerte fest: Wir wollen den Skipper und sein Vorhaben verstehen, seine Strategie und auch die Art, wie er segeln will. Oftmals sind auch schon Segel vorhanden, zu denen unsere neuen dann auch passen müssen. Das Boot selbst ist auch wichtig: Wir müssen den IMOCA als Ganzes verstehen, seine Vorteile und auch seine Schwachstellen. Erst dann können wir wirklich gute Vorschläge machen. Am Ende haben wir dann einen Segelsatz, wo alles ineinander greift und ein so genanntes Sail Chart, welches alle Segel und deren Einsatzbereiche grafisch und als Datensatz zeigt.“

Was sind für die Vendée Globe-Skipper die wichtigsten Aspekte der Segel?

„Für die meisten Teams sind die Themen Haltbarkeit und Beständigkeit sehr wichtig. Das bereitet ihnen die größten Sorgen. Andererseits müssen sie extrem auf das Gewicht achten, denn jedes Kilo weniger macht einen IMOCA schneller. Die Kunst dabei ist, die beste Balance zwischen diesen beiden Gegensätzen zu finden. Man darf nicht vergessen, dass so ein IMOCA ein sehr, sehr leistungsfähiges Boot ist – Rigg und Segel müssen enormen Belastungen standhalten, weshalb in die Segel-Entwicklung dann auch sehr viel mehr Daten einfließen, als bei einem normalen Fahrtenboot.“

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Computer-Berechnung von Rigg und Segel der IMOCA-Rennyacht FOUSSIER von Sebastien Marsset

„Wie ich eingangs sagte, ist der Einsatzbereich jedes Segel vorrangig, also welches Segel für welchen Wind und welchen Kurs genutzt werden soll. Da hat jeder Skipper oftmals seine ganz eigenen Vorstellungen. Diese und noch mehr persönliche Vorlieben und Wünsche fließen dann ins Design ein. Das geht bis in das kleinste Detail: So fährt Sebastien Marsset auf seiner „FOUSSIER“ beispielsweise am Vorliek des Großsegels eine extra Tape-Verstärkung, damit er sich – im Falle eines Falles – beim Auf- und Abstieg in den Mast unterwegs besser festhalten und absichern kann.“

Gibt es neben dem Design auch Unterschiede im Material der Vendée Globe-IMOCAs?

„Ja und nein. Komponenten, Rezepte und Verfahren, die in allen QUANTUM SAILS Fusion M-Segeln stecken, sind immer identisch. Es macht dabei keinen Unterschied, ob diese Segel dann für eine Regatta- oder eine Fahrtenyacht eingesetzt werden. Die Qualität ist immer gleich hoch. Der Unterschied ist tatsächlich nur der Design-Aufwand. Ein ganzer Segelsatz für eine 25.000 Meilen-Einhand-Regatta erfordert natürlich mehr Zeit als zum Beispiel Großsegel und Fock für eine 30 oder 50 Fuss-Fahrtenyacht. Dafür haben wir umfangreiche Daten und fertige Produktionsstandards.“

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CFD-Analyse für die foilende MALIZIA bei der letzten Vendée Globe

„Für Vendée Globe oder TP52 und andere Grandprix-Projekte mit den höchsten Ansprüchen (und Budgets) nutzen wir zudem alle Komponenten unserer iQ-Software. Dieses mächtige Tool kann das sogenannte „flying shape“ exakt simulieren. Wir können untersuchen, wie sich das Segel unter verschiedenen Windlasten und verändertem Segeltrimm verändern wird. Wenn wir dann etwas am Riggtrimm, 3D-Segeldesign, Faserlayout oder Faserorientierung ändern, zeigt iQ uns, ob das Segel effizienter, also schneller wird. IQ ist ein extrem leistungsfähiges System, mit dem wir die rein empirische Entwicklung früherer Tage hinter uns lassen und Segeldesign nahezu vollkommen datenbasiert und virtuell wird. Dennoch müssen wir mit unseren Kunden aufs Wasser und die Ergebnisse überprüfen – Segelmachen ist immer noch eine sehr komplexe Sache, die viel Wissen in vielen Bereichen erfordert. Und Erfahrung.“

Oliver Heer hat uns schon einen Einblick gegeben:
Wie sieht denn so ein Standard-Segelsatz eines IMOCAS aus?

„Das ist genau der Punkt! Da nicht nur die Skipper individuell und sehr unterschiedlich sind, sondern auch die IMOCAs selbst, kann man schwer einen „Standard“ definieren. Aber am Beispiel vom Sebastien Marssets nicht-foilenden Boot kann ich das gern einmal auflisten: Er segelt ein durchgelattetes Großsegel mit 160 Quadratmetern mit Squaretop und 3 Reffs, eine J2-Fock von knapp 90 Quadratmetern, dann die J3-Fock mit nur noch 40 Quadratmetern und eine Sturmfock mit 20 Quadratmetern, die er bei Bedarf fliegend setzen kann. Für Vorwindkurse hat er einen „Maulwurf“ an Bord, wie wir das Segel bei uns in Frankreich nennen: Ein großes J1.5-Vorsegel. Er kann dieses auch anstelle des J2 bei stärkerem Wind segeln. Denn J2 und das Großsegel sind die beiden wichtigsten an Bord, die müssen in jedem Fall heil bleiben!“

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Sebastien Marssets FOUSSIER mit FR0 - "Fractional Zero".

„Im Bereich der Reaching- und Downwind-Segel fährt er einen Code 0 mit circa 130 Quadratmetern und einen großen Reaching-Gennaker mit rund 210 Quadratmetern der am Mast-Topp gefahren wird. Das letzte und größte Segel ist der A2 Gennaker mit knapp 400 qm, der auf reinen Downwind-Kursen eingesetzt wird.“

IMOCAs werden von Generation zu Generation schneller:
Hat das auch die Segel verändert?

„Ja, absolut! Die immer höhere Geschwindigkeiten dieser Rennyachten haben zur Folge, dass sie mit einem immer kleineren scheinbaren Windwinkel segeln. Das gilt insbesondere für die Downwind-Segel. Das sieht man daran, dass der früher noch übliche A2-Gennaker fast komplett verschwunden ist, zumindest bei den modernen Foiling-IMOCAs. Zudem, ein 400 Quadratmeter-Segel ohne Furling-Technik einhand zu bedienen ist ziemlich … unmöglich.“

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Foils machen die IMOCAs nicht nur schneller, sie verändern auch das Segel-Setup

Bis zu welchem Grad kann ein Vendée Globe-Skipper das Segel reparieren?

„Ich würde sagen, solange die Struktur eines Segel nicht kaputt ist, können Skipper bei fast allen Beschädigungen zumindest Reparaturen ausführen, die sie weitersegeln lassen. Jeder hat normalerweise ein ganzes Set an Bord, um alle möglichen Probleme an den Segeln angehen zu können: Vorgefertigte, bereits mit Klebstoffen versehene Verstärkungen und vorgefertigte Tuchstücke. Neben den eher selten benutzten Näh-Werkzeugen finden sich hier vor allem aber spezielle Klebstoffe, die auch bei Feuchtigkeit kleben und größere Reparaturen ermöglichen. Das mag allerdings kaum jemand, denn man kann sich vorstellen, dass es sehr schwierig ist, in der engen, feuchten Umgebung der IMOCAs zu arbeiten. Denn das muss bei jedem Seegang draußen an Deck gemacht werden, weil einige Segel schlicht zu groß sind, um sie nach innen zu schaffen.“

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Wir wünschen Oliver Heer und allen Skippern der Vendée Globe eine schnelle, sichere Fahrt!

Gildas, vielen Dank auch an Dich für diese interessanten Einblicke in die Segel-Thematik bei der Vendée Globe! Sie sehen: Unsere QUANTUM SAILS-Experten kümmern sich genauso intensiv und persönlich um die Vendée Globe-Skipper wie um Sie: Unsere Kunden. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß und Spannung bei der zweiten Hälfte des diesjährigen, zehnten Vendée Globe – und „unseren“ beiden QUANTUM-Skippern natürlich besonders viel „bon vent“!

LINKS:

Die Vendée Globe in Zahlen:

Strecke 24.300 Seemeilen / 45.000 km

Rekordzeit: 74 Tage, 3 Stunden, 35 Minuten

40 Teilnehmer

by Lars Reisberg Lars Reisberg

AWA-SEGEL UND GENNAKER: MIT DEM JUBILÄUMS-VOUCHER SPAREN

Jetzt bestellen, 15% mit dem Jubiläums-Voucher sparen und pünktlich zur neuen Saison geliefert!

Weihnachten steht vor der Tür und als leidenschaftlicher Segler gibt es sicher durchaus noch das eine oder andere Ausrüstungsteil auf Ihrer Liste, das sich gut unter dem Weihnachtsbaum machen würde?

Anlässlich der am 18. Januar 2025 startenden Weltleitmesse für den Wassersport haben wir Ihnen vor 2 Wochen schon ein tolles Angebot mit dem Segel-Wintercheck von unseren Profis gemacht – dieses gilt noch immer. Wenn Ihre Standardbesegelung schadenfrei und gut gelagert diesen Service nicht braucht: Wie wäre es, wenn Sie sich zur neuen Saison ein hochwertiges Leichtwindsegel gönnen?

Und weil Sven Krause im Januar seit bereits 15 Jahren (!) für Quantum Sails in Deutschland tätig ist, möchten wir das mit Ihnen feiern. Es war im Januar 2010, als Sven die Nachfolge von Hein Kersken angetreten und bei QUANTUM SAILS Germany angefangen hat. 15 Jahre sind uns 15% Rabatt für Ihren neuen Gennaker oder AWA-Segel wert!

IHR GUTSCHEIN:

Mit dem Code AWA15SK offeriert QUANTUM SAILS Flensburg auf jeden Gennaker oder AWA-Segel, das bis 26. Januar 2025 bestellt wird, 15% Rabatt. Auf den gesamten Auftrag!

Hier Ihren Beratungstermin vereinbaren:

Unser Angebot:

Auf der kommenden BOOT Düsseldorf zeigen wir an unserem Stand die verschiedenen Gennaker-Gewebe und Code-0 Laminate, sowie Furling- und Bergeschlauch-Technologien. Wir können Ihnen die Systeme live vorführen und Sie individuell beraten. Kommen Sie gern vorbei: Halle 10 G60

DIE VORTEILE DER LEICHTWINDSEGEL

Sie haben sicher schon von den tollen Möglichkeiten der Leichtwindsegel gehört – vielleicht ist Ihnen beim Sommertörn auch schon das eine oder andere Schiff einfach davongesegelt? Das nämlich ist die Stärke dieser Segel: Selbst bei leichtestem Wind können Sie mit einem Gennaker oder Code 0 flott unterwegs sein, in vielen Situationen sogar annähernd so schnell wie der wahre Wind segeln!

Gennaker von QUANTUM SAILS
Ein Gennaker bringt Segelspaß

Design, leichtes aber dehnungsfestes Material und die Optimierung der einzelnen Segel für bestimmte Windwinkel-Bereiche (daher auch die Bezeichnung AWA-Sails) wird bei modernen Leichtwindsegeln kombiniert mit einfachster Bedienung. Spezialsegel nur für Profis? Mitnichten! Heutzutage gehören Code 0s bei vielen Großserien-Booten zur werftseitigen Ausrüstung. Die tragen dann oft phantasievolle Namen, sind aber auch Code Zeros bzw. AWA-Segel. Dank moderner Furling-Systeme können diese Segel schnell und sicher aus- und eingerollt werden.

Code0-Code Zero-G0-Salona-Yacht
Ein AWA 60 oder Code 0 ist das perfekte Reaching-Segel.

Schneller segeln bringt Sie früher ans Ziel – oder macht weiter entfernte Locations erreichbar. Gerade in der schönen Urlaubszeit im Sommer, die Wind-arm sein kann, sind es vor allem die Urlaubs-Segler, die von dieser Technologie profitieren. Weniger Stress und dabei mehr Glück: Denn wo andere stundenlang monoton motoren müssen, können Sie dank Leichtwindsegel flott dahingleiten. Und Spaß bringt es auch noch! Letztlich kann man sagen, dass die Frage „ob“ man ein Leichtwindsegel an Bord haben sollte, keine ist. Denn die Antwort ist: „Selbstverständlich, ja!“

WELCHER IST DER RICHTIGE FÜR MICH: CODE 0 ODER GENNAKER?

Ein Segel als „Eierlegendewollmilchsau“ oder „Jack of all trades“, das den gesamten Windbereich abdeckt, gibt es leider nicht. Und tatsächlich ist häufig eine Kombination aus Vorwind-Gennaker und Amwind-Code 0 die optimale Kombination. Abhängig vom Riggtyp und den vorhandenen Segeln empfehlen wir die folgenden Gennaker und ggf. AWA-Segel für die verschiedenen Takelungsarten:

Top-Rigger / überlappende Vorsegel:

  • A2-Gennaker („Runner“)
  • A3-Gennaker („Reacher“) oder AWA80

Partial-Rigg / Fractional / 9/10 mit wenig überlappenden Vorsegeln oder SW-Fock

  • A2-Gennaker
  • AWA 40 oder AWA 60

A2, A3, A…WIE BITTE? DIE SEGELDEFINITIONEN:

A2 Gennaker

Die reinste Vorwind-Freude! Der A2 ist Ihr Segel für die schönsten Segeltage: Maximal tiefe Kurse, maximale Fläche, maximal stabiler Stand! Der A2-Gennaker ist optimal auf allen Kursen von 110 bis 165 Grad Windwinkel TWA, im unteren Windbereich können Sie Ihren A2 aber auch bis 80° scheinbarer Wind (AWA) fahren – also recht spitz. Das lange Vorliek, die große Mittelbreite und die vertikale Profilierung stellen sicher, dass der A2 auf allen Kursen stabil fliegt und ganz einfach zu trimmen ist.

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A3 Gennaker

Der A3-Gennaker ist ein robuster „Allrounder“ mit Schwerpunkt auf Halbwind- und spitzere Kurse. Robust und vielseitig! Leider macht ein A3 vor dem (Leicht-)Wind nicht so viel Freude wie sein großer Bruder A2. Das Vorliek des A3 ist vergleichsweise kurz, es fehlt Mittelbreite und deshalb projiziert der A3 nur wenig nach Luv. Dennoch: Wenn es lediglich ein Vorwind-und Reaching-Segel an Bord geben soll, dann wäre der A3 der beste aller Kompromisse!

A3-Cruising-Gennaker

Apropos:  Warum ein massgeschneiderter Quantum-Gennaker statt eines Standard-Segels?

Im Internet findet man zahlreiche vermeintlich tolle und billige Angebote – natürlich auch für Segel. Auch standardisierte Gennaker werden für vergleichsweise kleines Geld angeboten. Dabei ist zu bedenken:

  • Es handelt sich um 0815-Standard-Geometrien. Passt das exakt zu Ihrem Rigg und Holepunkt? Das wäre echter Zufall.
  • Gennaker funktionieren nur, wenn sie perfekt profiliert sind. Trifft das auf den Regal-Gennaker zu?
  • Standard-Gennaker sind immer All Purpose- oder A3-Gennaker. Auf Vorwind-Kursen machen die nicht viel Freude. Im Gegenteil. Für die meisten Einsätze ist ein A2 das bessere Segel.
  • Selbst die kleinsten Standard-Gennaker sind aus sehr schwerem Tuch gefertigt. Weil das billiger ist. Klingt paradox, ist aber Fakt. Schwer ist zwar robust, aber fliegt so ein Segel bei Leichtwind auch gut? Wohl kaum.

Fazit: Sie bekommen, wofür Sie bezahlen. Das vermeintlich preisgünstige Segel könnte ein Backskistendauerlieger werden. Weil es nirgends richtig funktioniert. Investieren Sie lieber in ein maßgeschneidertes Segel aus dem optimalen Tuch, dass perfekt zu Ihrem Schiff und Ihrem Segelstil passt. Es lohnt sich mit Sicherheit!

Neu definiert: AWA-Segel

„Code Zero“ oder „Code Sails“ sind unserer Meinung nach weit gefasste Begriffe. Genau wie “Genua” als Begriff für überlappende Vorsegel. Wir haben deshalb drei Code-Segeltypen für Cruiser entwickelt, die nach dem jeweiligen scheinbaren Windwinkel als Einsatzschwerpunkt bezeichnet werden. Schließlich ist das die Art, wie wir tatsächlich segeln! 

Zu wahren „Meilenfressern“ werden alle Quantum-AWA-Segel auf spitzen Reaching- und Halbwind-Kursen bei Mittelwind – so lange Ihr Boot es trägt und die Crew Freude daran hat!

AWA 40 (Code 0)

Der AWA 40 oder klassische Cruising-Code 0 ist für Amwind- und spitze Reaching-Kurse im unteren Windbereich optimiert. Das Segel sieht aus wie ein übergroße Genua, ist aber viel leichter gebaut und voller profiliert.

Dazu ist der AWA 40 meist mit einem eigenen Vorstag (das „Anti-Torsional-Cable“) ausgerüstet und funktioniert bestens zwischen 40 und 100 Grad AWA.

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AWA 60

Der beste Mix aus AWA 40 und AWA 80 für Schiffe mit kleinen Vorsegeln.

Der AWA 60 ist optimal für die schönen Kurse von 60 bis 120° AWA, bei denen Schiffe mit kleiner Rollfock oder Selbstwendefock ohne AWA-Segel deutlich untermotorisiert sind.

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AWA 80

Dank größerer Mittelbreite, größerer Fläche und tieferen Profils ist der AWA 80 die Reaching-Rakete unter den AWA-Segeln.

Je nach Windstärke funktioniert er am besten von 70 bis 140° AWA. Und hat damit einen ähnlichen Einsatzbereich wie ein A3-Gennaker.

Das Handling ist aber bedeutend einfacher: Mit Anti-Torsionskabel im Vorliek und Endlos-Leinen-Furler kann der AWA 80 wie alle AWA-Segel sicher und bequem aus dem Cockpit bedient werden.

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Jedes dieser AWA-Segel ist mit einem herkömmlichen Anti-Torsionskabel oder als Cableless-XC-Segel mit der Structured Luff-Technologie  erhältlich.

FAZIT: Sie haben jetzt einen ersten Überblick. Dennoch gibt es eine Menge zu bedenken und abzuwägen. Ihr Quantum Sails-Experte kennt alle Optionen und wir mit Ihnen die beste Lösung für Ihr Schiff und Ihren Segelstil erarbeiten!

SEGELBERATUNG BEI QUANTUM SAILS:

 

  • Ermittlung Ihres Bedarfs nach Einsatzrahmen des Segels
  • Genaues Aufmaß an Bord Ihres Bootes für die Maßanfertigung
  • Auswahl der passenden Bergevorrichtung
  • Auf Wunsch Installation und praktische Einweisung bei Ihnen an Bord
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„Genau abgestimmt auf Ihr Boot und den Einsatzbereich planen wir Ihr Leichtwindsegel so, dass es optimal zu Ihnen passt.“

SEGELHANDLING - MEHR SEGELSPASS FÜR DIE GANZE FAMILIEN-CREW!

Es ist immer ein großes Hallo an Bord, wenn die riesige, bunte Blase des Gennakers – natürlich in Ihren Lieblingsfarben ausgewählt – majestätisch aufgeht. Quantum-Cruising-Gennaker sind einfach zu bedienen und besonders einfach zu trimmen: Sie können die Schot aus der Hand fahren, so haben zum Beispiel Ihre Kinder Spaß am aktiven Segeltrimm. Oder aber Sie überlassen Schiff und Gennaker Ihrem Autopiloten: Dank der perfekten Segelprofilierung fahren Sie stundenlang mit Höchstgeschwindigkeit dem nächsten Wegpunkt entgegen – und Sie können die Reise noch mehr geniessen!

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Gennakersegeln mit der ganzen Familie

GENNAKER - BERGESCHLAUCH ODER TOPDOWN-FURLING?

Das Vorurteil, dass Code 0, Gennaker & Co nur etwas für „Profis“ seien, ist falsch. Gänzlich unbegründet ist die Angst vor der großen Segelfläche und dem Handling. AWA-Segel und Gennaker sind generell einfach zu bedienen – probieren Sie es zunächst bei 6 bis 10 Knoten Brise und steigern Sie sich dann.

Auf kleinen Yachten mit Gennaker-Flächen bis 60qm ist es möglich und machbar, den Gennaker aus der Gennaker-Tasche auf dem Vorschiff zu setzen und in das Cockpit zu bergen. Das erfordert aber etwas Übung und für die meisten Crews mindestens zwei paar Hände an Deck. Sollte Ihr Schiff größer sein sind die folgenden Systeme für die Bedienung von Gennakern interessant und sinnvoll:

… MIT BERGESCHLAUCH

  • Einfache Bedienung auf dem Vordeck
  • Kaum Fehlerquellen
  • Hohe ATN-Qualität Made in USA
  • stabiler Trichter aus GFK
  • Separater Tunnel für Aufholleine
  • Inkl. Gennaker-Tasche
Gennanker-Bergeschlauch-Snuffer-ATN
Gennaker mit ATN-Bergeschlauch

… MIT TOPDOWN FURLING

  • Bequeme & sichere Bedienung vom Cockpit aus
  • Sehr geringer Querschnitt des gerollten Segels, kaum Angriffsfläche für Wind
  • Geringes Packmaß unter Deck
  • Gennaker-Tasche
  • elektrisches oder hydraulisches Furling möglich
Topdown-Furling Vorrichtung
Topdown-Furling Vorrichtung

Beide Systeme haben ihre eingefleischten Fans und, wie immer, Vor- und Nachteile. Topdown-Furling-Systeme brauchen etwas Platz, also ggf. einen Bugspriet. Ihr Segelmacher wird im persönlichen Gespräch und im Zweifel beim Check vor Ort auf Ihrem Boot die optimale Lösung finden.

AWA-Segel und Code 0-Furling

Wir haben bereits mehrfach die AT- oder Anti-Torsionskabel im Vorliek von AWA- und Code-Segeln erwähnt. Die nehmen zum einen die Lasten auf und kontrollieren den Vorliekdurchhang. Diese speziellen steifen Leinen machen das Furlen der Segel erst möglich. Die AT-Kabel sind besonders Dehnungs- und Torsions-fest konstruiert. Deckseitig wird daran eine Rollanlage mit Endlosleine befestigt, am Segelkopf ein kleiner Topwirbel. Die Endlosleine kann bis in das Cockpit geführt und von dort bedient werden. Einige Hersteller bieten bereits so genannte Rücklaufsperren an. Die erleichtern die Bedienung und verhindern das ungewollte Abrollen von Code 0 oder AWA-Segel. Quantum Sails bietet die Systeme aller namhaften Hersteller an: Bartels, Facnor, Profurl, Karver – um hier nur die bekanntesten zu nennen.

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Ein Code 0 erhöht den Segelspaß

Für größere Yachten und Langfahrtsegler ist interessant, dass alle AWA-Segel auch mit einem UV-Schutz wie Rollgenua oder Rollfock ausgestattet werden können. Das gerollte Segel kann dann nahezu beliebig lange angeschlagen bleiben. Lediglich bei Starkwind gebietet es die gute Seemannschaft, das Segel zu bergen und sicher zu verstauen.

SIND CABLELESS-CODE 0 DIE ZUKUNFT?

Aus dem Regatta-Bereich kommen wie so oft Impulse, die auch für den Cruising-Markt interessant sind. Die Cableless-Technologie ist eine solche Entwicklung. Wie der Name es andeutet verzichtet ein Cableless Code 0 auf das Anti-Torsionskabel im Vorliek. Stattdessen übernehmen Fasern oder Bahnen mit höherer Festigkeit als im achteren Bereich des Segels und eine spezielle Geometrie die Rolle des Vorliekkabels. 

Die Vorteile dieser Konstruktion:

  • ein Segel mit einem breiteren Einsatzbereich, das vor allem auf raumeren Kursen besser performt als ein Kabel-Code 0
  • geringere Lasten an Hals und Kopf des Segels
  • einfacheres Packen des gerollten Segels
  • leichteres Segel mit geringerem Packmaß

Wir wollen aber auch die Nachteile nicht verschweigen: Ein Cableless-Segel …

  • erfordert aufmerksameres Trimmen
  • kann bei Welle nicht so hoch am Wind fahren
  • kann im oberen Drittel nicht so eng gerollt werden wie das vergleichbare Segel mit AT-Kabel – das Segel muss also sehr bald geborgen werden

STEIGEN SIE JETZT EIN: WERDEN SIE AWA-SEGLER!

Egal, wie alt oder neu Ihr Boot ist, ein dezidiertes Leichtwindsegel ist immer eine Bereicherung für Ihren Segeltörn. Ob mehr Spaß bei Leichtwind oder schnelleres Ankommen beim Sommertörn, ob Heureka-Momente beim Segeltrimm oder die Erschließung sonst zu weit entfernter Segelziele durch höhere Etmale: Code 0, AWA40, 60 oder 80 und Gennaker sind die Booster für jeden Segler!

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by Lars Reisberg Lars Reisberg

Segelmacher-Power in Flensburg: Unser Team

Das sind die Menschen hinter Ihren Segeln: Das Flensburger QUANTUM SAILS-Loft stellt sich vor, Teil 1

Den Kopf und das Gesicht von QUANTUM SAILS Deutschland kennen Sie: Sven Krause ist seit vielen Jahrzehnten in der deutschen und internationalen Segel-Szene eine bekannte Größe. Sein Background beim Weltmarktführer für die Segeltuch-Herstellung, Dimension Polyant, und danach bei verschiedenen Segelmachern und Ausrüstern, nicht zuletzt auch sein Engagement als Regatta-Segler und Fahrtensegler, machen ihn zu einer der relevanten „Hausnummern“ in der Branche.

Sven Krause, Geschäftsführer von QUANTUM SAILS Germany
"Mr. Quantum" Sven Krause im Gespräch

Doch das Flensburger Loft hat noch viel mehr zu bieten, als „nur“ Sven: Ein tolles, starkes Team aus interessanten, sympathischen Menschen. Wir wollen die etwas ruhigere Winterzeit nutzen, um Ihnen in zwei Artikeln diese Mannschaft einmal vorzustellen. Also, hereinspaziert in unser QUANTUM SAILS-Loft – das sind die Gesichter hinter Ihren Segeln …

„Man kann an Bord mehr, als nur den Kühlschrank trimmen.“

Die Chancen stehen gut, dass Ihr Anruf oder eine Email-Anfrage direkt bei Kunden-Berater Achim Salaw landet. Achim, Baujahr 1969, hat die Segel-Leidenschaft schon um die ganze Welt getragen. Als Profi-Skipper für spezielle Überführungen verdiente er sich ebenso sein Geld, wie als Bootsbauer. „Ich segle seit mehr als 45 Jahren“, sagt Achim und lächelt. Es ist ein Lächeln, das nur Menschen haben, die schon so Einiges erlebt haben. „Wir haben uns damals auf Zubringer-Überführungen von High-Tech Segelyachten zu den Regatten spezialisiert“, erzählt er. Man kann sich vorstellen, was man auf so einem hochgezüchteten Boot erlebt, auch wenn es „nur“ eine Überführung ist.

Segelplanung am Compuer bei QUANTUM SAILS
Beratung & Segelplanung am Computer

Heute geht es Achim ruhiger an, die „wilden Jahre sind vorbei“, wie er es sagt. Sein reichhaltiger Erfahrungsschatz als Segler wird ergänzt durch seine Gesellen-Ausbildung zum Boots- und Schiffbauer. In Southampton, England, studiert er Yacht-Design und Yacht-Operations und arbeitet unter Anderem bei der KBN- und FSG-Schiffswerft als Ingenieur. Doch schon immer interessiert er sich eher mehr für die „Motoren“ der Schiffe, die er baut, also ihre Segel. „Im Studium kamen Themen wie Segelgeometrie, Konstruktion und Materialkunde zwar vor, aber eben zu kurz“, erzählt er rückblickend. „Mich hat das so fasziniert, dass ich direkt zu einem Segelmacher gewechselt bin.“ Bei White Sails konnte Achim dann endlich seine Leidenschaft ausleben – und lernen, lernen, lernen, wie er sagt.

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Anlegen unter Segeln: Achim Salaw kommt

Bei QUANTUM SAILS steht dieser enorme Erfahrungsschatz hoch im Kurs. Aber auch seine gelassene Ruhe und damit genau das, was es braucht, um Kunden zu beraten. Achim geht es nicht um den Abverkauf von Segeln, er möchte, dass QUANTUM-Segler immer genau die passende Garderobe bekommen. Passend zu dem Boot, das sie segeln, passend zu dem Programm, das sie vorhaben und vor allem, passend zu den Fähigkeiten der Crew. „Ich möchte den Spaß und die Faszination am Segeln vermitteln. Man kann so viele tolle Dinge mit den Segeln machen, wenn man nur will. Es macht unheimlich Spaß, an Bord mal mehr zu trimmen, als nur den Kühlschrank.“, sagt er und grinst. 

Achims Erfahrung, kombiniert mit der schier unendlichen QUANTUM SAILS-Datenbank und dem Echtzeit-Zugriff auf die vielen internationalen QUANTUM-Experten, wahre Koryphäen auf ihren Gebieten, bescheren Ihnen – unseren Kunden – am Ende genau das: Nicht nur schöne und hochwertige Segel, sondern genau die Flügel, die Ihr Boot zum Fliegen braucht.

„Bitte nicht die Scheiben knicken!“

Direkt neben Achims Büro, in der großen Arbeitshalle des Lofts, rechts an einer der großen Nähmaschinen, sitzt Louise. Ihr keck zusammengesteckter Zopf und das sympathische Lächeln lassen sind sofort einnehmend. Louise ist 49 Jahre jung, und „jung“ ist dabei genau das richtige Wort: An ihr scheinen die Jahre wie Teflon abzugleiten. Dabei ist sie nun schon seit über 30 Jahren mit der Wassersport-Branche verbunden. Louise ist eine wahre Zauber-Fee, wenn es um Sprayhoods, Biminis oder Persenninge aller Art geht.

Eine Boots-Persenning entsteht
Eine Boots-Persenning entsteht

Etwas schüchtern erklärt sie ihre spannende Arbeit. „Sprayhood, Persenning, das klingt für die meisten eher trocken und langweilig“, sagt sie, „aber ich habe hier meine Leidenschaft gefunden. Wirklich gut sitzende, straffe, passgenaue Teile für Boote anzufertigen, nach individuellem Aufmaß, das macht mir unheimlich Spaß!“ Als Segler wissen wir alle, wie wichtig eine Sprayhood oder ein Bimini ist. Und wir wissen auch, wie ärgerlich – und im schlimmsten Fall auch schädlich – eine undichte Persenning ist. Oder wie schlimm ein liederlich-schlabberiges Bimini aussieht. 

Louises Anspruch ist, diese Produkte in einer Passgenauigkeit und Qualität zu fertigen, dass sie auch nach vielen Saisons intensiver Nutzung, Feuchtigkeit und dem Bombardement durch die Sonne noch möglichst ebenso dicht, sicher und straff sitzen, wie am ersten Tag.

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Auch privat mit Top-Sprayhood: Louise segelt

Selbstverständlich segelt sie auch. Und das oftmals ganz ohne Sprayhood und Bimini: Als Crewmitglied auf einer hochgetakelten First 35.5 trifft man Louise regelmäßig bei Regatten in der Flensburger Förde und der westlichen Ostsee an. „Da klappen wir dann alles, was Stoff ist, herunter – und dann wird gefighted!“ Sagt sie, lächelt und widmet sich wieder einer Naht an der Persenning. 

Louise ist Handwerkerin aus Leidenschaft. Das sagt sie mit Nachdruck und mit sehr viel Stolz. Zurecht! Angesichts der komplexen 3D-Form, die beispielsweise eine Bootspersenning hat, bestehend aus dutzenden Stoffteilen, ist es vielen Menschen ein unlösbares Rätsel, wie sie dieses dreidimensionale Puzzle zu erst in ihrem Kopf und dann an der Nähmaschine zusammensetzt. Und zwar passgenau für große Segelyachten!

Persenninge und Sprayhoods, Biminis und mehr: QUANTUM SAILS
Louise in ihrem Element

„Was mich am meisten an diesem schönen Beruf begeistert, ist die viele Abwechslung“, erzählt Louise. „Klar, jetzt im Winter haben wir meist eher hier im Loft zu tun.“ Was – da lacht sie wieder schelmisch – angesichts der tollen Fußbodenheizung nicht der schlechteste Arbeitsplatz ist, den man sich im nasskalten Dezember wünschen kann. „Im Frühling bin ich dann viel draußen unterwegs“, erklärt sie: „In den Häfen und Marinas. Auf den Booten der Kunden – Maß nehmen, mit den Skippern die Stoffe und Schnitte besprechen und auch die fertigen Muster ausliefern.“ 

Das sei das Schöne daran: Abwechslung, unterwegs sein aber auch Ruhepunkte im Loft finden, die vielen interessanten Menschen, die sie trifft und der enge, persönliche Austausch mit ihnen.

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Ein großes 3D-Puzzle aus Stoff ...

Die Kreativität kommt dabei auch nicht zu kurz. Klar, bei einer Sprayhood oder einem Bimini sind die Grenzen, eigene, neue Dinge zu entwickeln, sich auszuprobieren und am „lebenden Objekt“ zu testen, eher eng. Aber hier und da kann sie sich schon austoben, versichert sie grinsend. „Wenn Sven von einer Messe neue Stoffproben mitbringt, dann bin ich immer sofort bei ihm und ganz aufgeregt!“ 

Die Produktpalette, die über Louises Tisch geht und durch ihre Hände, ist beeindruckend: Wenn mal Leerlauf im Loft ist oder sich das Lager mit Segeltuch-Verschnitt gefüllt hat, denkt sie sich Taschen, Rücksäcke und Accessoires aus, die aus diesem „Abfall“ geschneidert werden – Segler, Kunden und auch Segel-fremde Menschen lieben das. Nur einen Wunsch, den hat sie: „Bitte knickt nicht die Plastik-Scheiben Eurer Sprayhoods!“, gibt sie mir mit auf den Weg. Auch wenn ein beständiger Strom an genau dieses Reparaturen ihren Job sichert, bricht es ihr doch immer wieder das Schneider-Herz, wenn sie solch eine Sprayhood auf den Tisch bekommt.

„Bitte liebt Eure Segel!“

… noch so ein Appell. Diesmal von Bennet, unserem Segelmacher im QUANTUM SAILS-Loft in Flensburg. Sie haben ihn sicher schon kennengelernt, als wir ihm im vorhergehenden Artikel zum Winter-Check Ihrer Segel über die Schultern geschaut haben. Gerade breitet er wieder ein Segel aus – in langsamen Entenschritten schreitet er es von Unterliek zum Kopf ab, geht dann in die Hocke und begutachtet das Tuch – Zentimeter um Zentimeter.

QUANTUM SAILS Loft in Flensburg - Segel-Check
Bennet begutachtet ein Kundensegel

Der 27-Jährige ist fester Bestandteil des QUANTUM-Teams in Flensburg und trägt für sein Alter schon enorme Verantwortung. Verdient, denn Bennet hat sich das Vertrauen mit seiner Ausbildung zum Segelmacher bei Sven Krause erarbeitet. 2019 beendet er diese und steigt voll ein. „Können? Können kann ich eigentlich alles, was mit Segeln zusammenhängt“, erzählt er: Von den vielen kleinen und großen Reparaturen bis zum kompletten Bau eines Segels von 0 auf fertig. „So etwas macht natürlich am meisten Spaß!“, erklärt er – aber dass in Flensburg selbst noch Segel „from scratch“ gebaut werden, ist selten geworden. 

Die Fertigung in den QUANTUM SAILS-Fabriken ist schneller und deutlich effizienter. „Aber bei ganz speziellen Sachen, da macht das schon mal Sinn!“ Das sind dann die Highlights in seinem Job.

Unser Segelmacher Bennet
Unser Segelmacher Bennet

Meist sind es Reparaturen, die ihn beschäftigen. Flicken, Nähte oder Verklebungen – von UV-Schäden bis zu mechanischem Verschleiß an den Salingen beispielsweise. Aber auch fiese Schäden, wie geplatzte Gennaker oder zerrissene Segel, wenn die Skipper ihre Blister mal wieder etwas zu lange draußen gelassen haben. Oder gar eine plötzliche Bö das Tuch aufgetrennt hat. „Da machen mir die Hardcore-Schäden schon am meisten Spaß!“, sagt er und deutet auf einen Code 0, bei dem es eine komplette Bahn am Schothorn auseinander gerissen hat. 

„Manchmal ist es hier im Loft wie bei „Emergency Room“, wenn die Segler ihre Tuche einliefern. Dann flink zu sein und zu handeln, damit sie möglichst schnell wieder aufs Wasser kommen können, ist ein tolles Gefühl.“ Dabei aber auch immer genau die Qualität abzuliefern, welche die anspruchsvollen Kunden erwarten, dessen ist er sich mehr als bewusst.

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Voller Einsatz von Bennet!

Denn Bennet ist selbst Segler und weiß daher nur zu gut, wie wichtig gute, hochwertige Segel sind. Wann er die Segel seines eigenen Starbootes lieber nicht mehr länger beansprucht, das weiß er auch. Als Regattasegler in dieser Klasse werden Boote wie auch Skipper kaum geschont – da er fast täglich sieht, wie zu viel Risiko am Ende aussehen, hat ihn das in schon mancher Bö das Rigg gerettet, lächelt er. 

„Wie Louise es vorhin schon gesagt hat: Die Abwechslung in diesem Beruf ist absolut genial! Wir sind drinnen, wir sind draußen. Wir treffen viele tolle, interessante Menschen – und arbeiten auf so vielen unterschiedlichen Booten!“ Dabei fällt Bennet immer mehr auf, dass – zumindest seine Kunden hier bei QUANTUM SAILS – egal, ob es die Bavaria Cruiser von 1995 ist oder eine nagelneue X-Yacht XP 44 – Wert auf gute Qualität legen. „Billig-Segel auf Spardosen liefern wir hier gar nicht aus“, bestätigt er: „Unsere Kunden wissen, was sie wollen und was sie bekommen. Was das alles wert ist. Daher habe ich eigentlich nur mit dem „guten Stoff“ zu tun. XRP, XRP-Sport oder Foliensegel. Das ist schon richtig cool, selbst auf einer Cruiser!“

Segelmacher an der Näähmaschine
Nähen gehört zum Segelmacher-Handwerk

Er setzt sich kurz vor eine der vielen Nähmaschinen im Loft, steckt ein, zwei Rollen Garn auf, checkt die Nadelstärke und verstellt Einiges. „Dass ich mal selbst Ausbilder sein werde, hätte ich nicht gedacht“, meint Bennet und beginnt, Zoë die Nähmaschine zu erklären. 

Ein weiterer Aspekt hier in Flensburg: Das Team wächst beständig und trotz allgemeinem Fachkräftemangel kommen immer wieder engagierte, motivierte junge Menschen ins Loft, die dieses schöne Handwerk erlernen möchten. Menschen, so wie Zoë.

„Dieser Beruf ist wie ein Ü-Ei: Spannung, Abwechslung und viel Kreativität.“

Zoë ist erst wenige Tage bei QUANTUM SAILS. Praktikum. Die junge Frau, gerade einmal 20 Jahre alt, schnuppert 2 Wochen lang an allen Stationen des Lofts rein. Dabei steht sie nicht nur herum und guckt zu, sie darf und will auch selbst Hand anlegen. „Schon am ersten Tag habe ich aus Verschnitten der Persenninge von Louise meine ersten Sailbags genäht“, sagt sie freudig. „Genau das hatte ich mir auch vorgestellt, als ich hier angefangen habe: Hands on, sofort loslegen!“

Segelmacher arbeiten sehr korrekt
Zoë widmet sich der nächsten Aufgabe

Zoë hat bereits eine abgeschlossene Ausbildung. „Wenn ich sage, was, müssen immer alle irgendwie lachen, weil es so lustig klingt, denke ich. Und weil es so gar nicht zum Segelmacher passt.“ Sie ist Gemüse-Gärtnerin. Faszinierend, finden wir irgendwie, denn auch dies ist ein Handwerk, das mit viel Leidenschaft, dem Draußensein und dem „Werdenlassen“ von etwas zu tun hat. Ganz so wie der Segelmacher, der ebenfalls mit den Kräften der Natur zu tun hat. Auf eine ganz andere Weise natürlich, aber „irgendwie passt das für mich total gut“, sagt Zoë, guckt auf die Nadeln und näht eine weitere Bahn.

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Zoë im Trapez

So weit weg ist sie dann aber doch nicht vom Segeln. Mit schon 5 Jahren steht sie auf einem Surfboard. „Seit etwa 15 Jahren sind wir regelmäßig an Nord- und Ostsee unterwegs, um zu surfen. Später war ich dann immer in der selben Surfschule so oft ich konnte, wo ich dann auch meinen Surf-Instructor gemacht habe.“ Mit Segeln, der Segelphysik und den Materialien ist sie also mehr als vertraut. 

„Auf Booten segle ich erst seit etwa einem Jahr“, sagt sie grinsend: „Und auch wenn es hier im Norden tolle Gartenbaubetriebe gibt – irgendwie lässt mich dieser Sport nicht los!“ Sie findet es super, bei QUANTUM SAILS die Möglichkeit zu bekommen, in den Beruf des Segelmachers eintauchen zu können.

Segelmacher-Handschuh für grobe Aufgaben
Von Hand nähen - gar nicht so einfach

Bennet möchte ihr in den – dann doch recht kurzen – zwei Wochen möglichst einen kompletten Einblick in das geben, was sie bei der Ausbildung und später im Beruf erwartet. Sie sitzen beide am Vorliek eines Laminatsegels eines Kunden. 

Zoë darf zum ersten Mal den berühmten Segelmacherhandschuh anziehen. Unter Anleitung reparieren Sie die Schlaufe eines Mastrutschers an diesem Segel. Sie nimmt mich beim Fotografieren gar nicht mehr wahr, so konzentriert ist sie. „Ist das nicht schön, anzusehen?“, fragt mich QUANTUM SAILS-Chef Sven Krause – und da kann man nur zustimmend nicken.

Brainpower meets Handwerkskunst: Das kann nur ein Segelmacher

Als ich meine Runde durch das Loft beende, steht auf einmal Louise im Büro. Voll angezogen, dicke Regenjacke, Wintermütze: Sie meldet sich für einen Außeneinsatz kurz ab. Bevor das Wetter total kippt, möchte Sie bei einem Kunden noch Knöpfe an einer Kuchenbude anbringen, „sonst ist das Cockpit wieder geflutet.“ Ich beneide sie nicht – draußen weht es den Regen fast horizontal herein. Louise scheint sich indes zu freuen: Das ist sie, diese Abwechslung im Job.

Wir machen uns drinnen noch einen heißen Tee. Ich sichte und speichere die Fotos und überlege mir, wie ich diesen ersten Artikel zum QUANTUM-Team schreiben möchte. Eigentlich, so merke ich, schreibt der sich von allein. Tolle, sympathische Menschen mit so vielen Facetten. Ein schöner Einblick, damit Sie die Gesichter und Geschichten hinter Ihren Segeln kennenlernen. Denn eines, das merke ich hier ganz dringend, ist allen so wichtig zu transportieren: Segelmacherei ist Handwerk. Und hinter jedem dieser handwerklichen Produkte stehen Menschen, die es ersonnen, geplant und letztlich produziert haben. Ich trinke aus, winke dem Team – und freue mich schon auf das nächste Mal, wenn mich der Rest der Flensburger-Crew über deren Schultern blicken lässt.

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